• Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
    © Christina Canaval

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny

Kurt Weill / Oper in drei Akten / Text von Bertolt Brecht

In deutscher Sprache

Premiere: 30.04.2017

Inhalt

»Hallo, meine sauberen Herren Brecht und Weill, Ihre Tage dürften wohl ebenfalls so gezählt sein wie die Ihrer Abschaumstadt Mahagonny«, so schrieb die Zeitschrift für Musik nach der skandalträchtigen Urauff ührung von »Mahagonny« am 9. März 1930 in Leipzig. Denn schonungslos und provozierend konfrontiert das Werk die Zuschauer mit den sinnentleerten und letztlich selbstzerstörerischen Mechanismen der kapitalistischen Warengesellschaft.

Am Anfang steht die Gründung einer Stadt. Fatty, Moses und die Witwe Begbick beschließen, einen Ort in die Welt zu setzen, der Geld bringen soll. Sie wollen das System überlisten, das sie ausgesaugt hat und taufen ihre Stadt »Mahagonny, die Netzestadt«. Doch das System lässt sich nicht überlisten, die Netze bleiben leer – die, die nach Mahagonny kommen, bringen statt Geld nur Unzufriedenheit. Die Sehnsucht nach dem Punkt Null ist die einzige Utopie, die geblieben ist. Nur in Jim Mahoney bohrt eine Idee von Lebendigkeit, die die wesentlichen Fragen unserer Zeit aufwirft: Wie wollen wir leben? Was heißt Gemeinschaft? Und: Wie bin ich Mensch?

Als Kurt Weill (1900–1950) Ende der zwanziger Jahre die Musik zu »Mahagonny« komponierte, arbeitete Bertolt Brecht (1898–1956) gerade an der ersten Fassung seiner »Theorie des epischen Theaters«, in der er sich auch über den regulären Opernbetrieb mokierte. Er forderte eine »radikale Trennung der Elemente«, indem »Musik, Wort und Bild … mehr Selbstständigkeit erhalten«.

Jacopo Spirei, der am Salzburger Landestheater sowohl die Einstudierung von »Don Giovanni« als auch die österreichische Erstaufführung von »Brokeback Mountain« verantwortete, bringt nun Weills und Brechts sozialkritisches Musiktheaterstück auf die Bühne. Das Mozarteumorchester spielt unter der Leitung von Kapellmeister Adrian Kelly.

Dauer: ca. 3 h / inkl. Pause

Besetzung

Musikalische Leitung Adrian Kelly

Inszenierung Jacopo Spirei

Bühne Eva Musil

Kostüme Bettina Richter

Chorein­studierung Stefan Müller

Dramaturgie Andreas Gergen


Leokadja Begbick Frances Pappas

Fatty, der "Prokurist" Rainer Maria Röhr

Dreieinigkeitsmoses Eric Greene

Jenny Hill Laura Nicorescu

Jim Mahoney Franz Supper

Jack O'Brien Paul Curievici

Bill, genannt "Sparbüchsenbill" Elliott Carlton Hines

Joe, genannt "Alaskawolfjoe" Raimundas Juzuitis

Tobby Higgins Gürkan Gider

Sechs Mädchen Claudia Brandenburger
Rowan Hellier
Christina Holowati
Desislava Ilieva
Tamara Ivaniš
Beth Jones
Kayo Nakai
Sylvia Offermans

Chor Chor des Salzburger Landestheaters
Extrachor des Salzburger Landestheaters

Orchester Mozarteumorchester Salzburg