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Brokeback Mountain

© Anna-Maria Löffelberger

Brokeback Mountain / ÖEA

Charles Wuorinen

Oper in zwei Akten / Libretto von Annie Proulx / In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Inhalt

Die Liebesgeschichte der Cowboys Jack Twist und Ennis Del Mar rührte im Jahr 2005 mit dem Oscar preisgekrönten Film »Brokeback Mountain« von Ang Lee Millionen Kinobesucher und sorgte darüber hinaus für vielfache Diskussionen. Nun ist der Filmstoff zur Oper geworden. Die Autorin der gleichnamigen Kurzgeschichte Annie Proulx bearbeitete den Text selbst zu einem Opernlibretto, der US-amerikanische Komponist Charles Wuorinen hat das Werk vertont.


Die Oper spielt in den 1960er bis 80er Jahren im Westen der Vereinigten Staaten. Jack und Ennis lernen sich als Sheepboys auf dem Brokeback Mountain in Wyoming kennen. Allein im menschenleeren Gebirge entwickelt sich aus anfänglicher Kameradschaft bald innige Zuneigung. Nach der gemeinsamen Zeit auf dem Brokeback trennen sich ihre Wege. Beide beschließen, nun wieder ein »normales» Leben zu führen. Sie gründen Familien, bauen Häuser, werden Väter und kommen doch nicht voneinander los.


Die eigentliche Handlung findet in der Musik von Charles Wuorinen statt. Hier erklingt, was nicht in Worte gefasst werden kann. Charles Wuorinen wurde 1938 in New York City geboren. In seinen Melodien spiegeln sich Einflüsse der Zwölftonmusik, insbesondere von Arnold Schönberg, Alban Berg und dem späten Strawinsky. Wuorinen zählt heute zu den führenden zeitgenössischen Komponisten der USA.


»Brokeback Mountain« war ein wichtiges Projekt des ehemaligen Festspielintendanten Gerard Mortier, der das Werk in Auftrag gab und seine Entwicklung bis zur Uraufführung in Madrid begleitete. Für das Salzburger Landestheaters entwickelte der Komponist nun eine neue Kammerfassung der Oper. Regisseur Jacopo Spirei bringt »Brokeback Mountain« bildgewaltig auf die Bühne des Landestheaters. Gemeinsam mit dem Mozarteumorchester Salzburg entführt Dirigent Adrian Kelly akustisch in Wuorinens psychologische Welten.

 

Dauer: ca. 2 h 30 min / eine Pause

Pressestimmen

»Ein starker Abend im Salzburger Landestheater: Die Oper ›Brokeback Mountain‹ gewinnt in neuer Fassung an Schärfe und Dringlichkeit. […] Was der Dirigent Adrian Kelly und die zwei Dutzend brillanten Solisten des Mozarteumorchesters an Präzisionsarbeit, aber auch Klangverdeutlichung leisten, ist beeindruckend. Jede Stimme scheint wie angegossen zu sitzen, passgenau und straff, ohne zu spannen, das heißt auch mit dem nötigen Freiraum, die körnige Musik atmen zu lassen. Jacopo Spireis Inszenierung ist schlicht, klar, deutlich: so konkret wie nötig, so abstrakt wie möglich. Eva Musils Szenerie setzt den Berg als Metapher und Artefakt ein. […] Über die Rollengewichtung mag man streiten. Jedenfalls sind Mark Omvlee als Jack und Florian Plock als Ennis erstklassige, famose Singdarsteller, Hailey Clark und Rowan Hellier als deren Frauen mehr als nur Stichwortbringerinnen. Auch hier: Jede Stimme, bis in die kleinsten Partien, passt wie angegossen. Ein starker Abend.«

Salzburger Nachrichten

»In Summe aber zweifellos eine solide Aufführung mit guten Sängern (Florian Plock als Ennis, Mark Omvlee als Jack) und einem profund klingenden Mozarteumorchester, das Dirigent Adrian Kelly zu kompaktem Musizieren animierte. Großer Applaus, Gerard Mortier hätte es womöglich gefreut.«

Der Standard

»Ständige Tempi- und Taktwechsel fordern den Mitgliedern des Salzburger Mozarteumorchesters ein Höchstmaß an Präzision ab. Eine starke Leistung, die ohne Adrian Kellys präzise Schlagtechnik am Pult sicher nicht möglich gewesen wäre. Sängerisch ist hier wahrlich ein All-Star-Cast versammelt, die Titelhelden werden von Florian Plock (Ennis del Mar) und Mark Omvlee (Jack Twist) brillant interpretiert, Raimundas Juzuitis gibt den grimmigen Aufseher Aguirre mit starken dunklen Bögen, aus der vielzahl von Mittel- oder Nebenfiguren ragen James Moellenhoff (Hogboy), Anna Maria Dur (Mrs. Twist) und Hailey Clark (Alma Beers) heraus.«

Tiroler Tageszeitung

»Regisseur Jacopo Spirei distanziert sich ebenfalls von großen Gefühlsduseleien und setzt mehr auf nüchterne Darstellung. Kein unnötiger Sex, keine unnötig plakative Homosexualität, dafür mehr Entfaltungsraum für die beiden Hauptcharaktere. Darstellerisch zeigen Florian Plock als Ennis del Mar und Mark Omvlee als Jack Twist Glaubwürdigkeit auf hohem Niveau. […] Ist die Salzburger Opernfassung auch weit weniger anrührend als die Verfilmung, so scheint sie doch auch trotz aller Nüchternheit berührt zu haben. Langer Applaus und stehende Ovationen – auch das eher konservative Salzburger Publikum vermag sich doch für das Neue zu öffnen.«

Kleine Zeitung

»Dirigent Adrian Kelly und das Mozarteumorchester gehen erstaunlich unerschrocken vor, mit Risikobereitschaft trotz ungewohnter Aufgabe. […] Mark Omvlee ist als Jack ganz naiv-weltferne Frohnatur mit hellem, in jeder Lage flexiblem Tenor und Florian Plock (Ennis) von Anfang an der in sich Gekehrte, was auch gut zu seinem hohlwangigem Bassbariton passt. Hailey Clark (Alma) und Rowan Hellier (Lureen) machen als aufgekratzte Gattinnen mit gelegentlicher Neigung zum Hausfrauenlamento ihre Sache ebenfalls ausgezeichnet.«

Münchner Merkur

»Die musikalische Umsetzung ist absolut gelungen: Denn trotz aller enormen Schwierigkeiten wird die Musik von Adrian Kelly am Pult des Mozarteumorchesters Salzburg bewundernswert konzentriert und ungemein präzise dargestellt. Auch das Ensemble ist sängerisch exzellent.«

opernnetz.de

»Regisseur Jacopo Spirei und seine Ausstatterin Eva Musil ließen das Publikum auf einen sturmgepeitschten, weiten Himmel schauen: Sinnbild für die freie Natur wie für die gewaltigen, aber unterdrückten Emotionen, um die es hier geht. […] Florian Plock und Mark Omvlee in den beiden Hauptrollen sind wirklich überzeugende Cowboys: Maskulin, schwermütig, aufbrausend, trinkfest und leidenschaftlich. Keine Minute werden sie unglaubwürdig. Das gilt auch für die Nebenrollen: Hailey Clark und Rowan Hellier sind tief verunsicherte, auch aggressive, seelisch verletzte Ehefrauen. Dirigent Adrian Kelly ließ vergessen, dass am Salzburger Landestheater eine kammermusikalische Fassung zu hören war. Das Orchester füllte das kleine Haus vielmehr mit opulentem, ja sogar überbordendem Klang.«

BR24

»Ein Abend, der dem Salzburger Landestheater bestätigt, dass auch ›die Moderne‹ durchwegs publikumswirksam sein kann – wenn sie von solcher Qualität ist.«

Der neue Merker