Cardillac

Paul Hindemith

Oper in drei Akten / Text von Ferdinand Lion nach E.T.A. Hoffmanns "Das Fräulein von Scuderi" / In deutscher Sprache

Premiere: 21.04.2018

Inhalt

Eine mysteriöse Mordserie lässt der Pariser Bevölkerung den Atem stocken. Der Mörder bleibt lange unentdeckt, nur ein einziges Element verbindet die Untaten miteinander, das sich zu einem rätselhaften Indiz verdichtet: Alle Opfer haben unmittelbar vor ihrem Tod ein Schmuckstück beim besten Goldschmied der Stadt, Cardillac, gekauft! Doch bei den Leichen fehlt jede Spur von den kostbaren Geschmeiden …

Paul Hindemiths erste abendfüllende Oper wurde 1926 in der Dresdner Semperoper uraufgeführt. E. T. A. Hoffmanns Kriminalnovelle „Das Fräulein von Scuderi“, die um 1820 in seinem Zyklus „Die Serapionsbrüder“ erschienen ist und ebenso auf historische Figuren zurückgeht, diente dem Komponisten und seinem Librettisten Ferdinand Lion als Vorlage. Nach Hoffmanns Novelle ist das sogenannte Cardillac-Syndrom in der Psychologie benannt. Es beschreibt die krankhafte Unfähigkeit eines Künstlers, sich von seinen Werken, also seinen kreativen Schöpfungen, in die er viel von seiner Persönlichkeit und seiner künstlerischen Stimme gelegt hat, trennen zu können. Es wird gemunkelt, dass die Figur Cardillac nach dem Vorbild des italienischen Bildhauers und Goldschmieds Benvenuto Cellini aus dem 16. Jahrhundert kreiert wurde, eine sagenumwobene Künstlerpersönlichkeit.

Paul Hindemiths (1895–1963) „Cardillac“ von 1926 gilt als Hauptwerk der Neuen Sachlichkeit. Auf musikalische Strukturelemente wie die Arie, das Duett und Ensemble, den Kanon, die Fuge oder die Variation greift er als Reminiszenz auf
das 18. Jahrhundert zurück. Als einer der Begründer der Moderne in der Musik interpretiert er das Wort-Ton-Verhältnis jedoch völlig neu, sachlich, objektiv, wie in einem Krimi.

Amélie Niermeyer, gefragte Regisseurin u. a. am Residenztheater und der Staatsoper München sowie dem Theater an der Wien, hat am Salzburger Landestheater bereits die vielbeachteten Opernproduktionen „Stormy Interlude“, „Wozzeck“ und „Rigoletto“ inszeniert. Der Musikalische Leiter Robin Davis, neuer Erster Kapellmeister des Landestheaters, war zuvor u. a. als Kapellmeister und Assistent des Generalmusikdirektors am Oldenburgischen Staatstheater und als Erster Kapellmeister und Studienleiter am Theater Lüneburg tätig.

Besetzung

Musikalische Leitung Robin Davis

Inszenierung Amélie Niermeyer

Bühne Nikolaus Porz


Orchester Mozarteumorchester Salzburg