Reginaldo Oliveira

Leitender Choreograph, Spartenleiter Ballett

Reginaldo Oliveira, in Rio de Janeiro aufgewachsen, begeisterte sich schon früh für den klassischen Tanz. Sein Talent blieb nicht unentdeckt und er absolvierte seine Tanzausbildung an der Maria Olenewa School, beim Ballett Dalal Achcar sowie Jorge Texeira. Der Erfolg stellte sich bald ein: 1998 gewann er den 1. Preis des Russischen Ballettwettbewerbs in São Paulo und ging als Stipendiat an die Staatliche Akademie für Choreographie des Bolschoi-Balletts Moskau. Im Jahr 2000 wurde er am Teatro Municipal Rio de Janeiro Mitglied der Ballettcompagnie und stieg dort 2003 in den Rang eines Solisten auf. Mit der Spielzeit 2006/2007 wechselte er an das Badische Staatstheater Karlsruhe und ist seither Ensemblemitglied im Staatsballett.

Im Rahmen von „Choreografen stellen sich vor“ präsentierte Reginaldo Oliveira in der Spielzeit 2009/2010 seine erste Choreographie „Attempt“, gefolgt von „Torn“ (2012). Im Herbst der Spielzeit 2012/2013 machte Reginaldo einen Abstecher ins Schauspielgenre und choreographierte die Tanzsequenzen für das Weihnachtsmärchen „Die zertanzten Schuhe“ am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Zusammen mit Flavio Salamanka und Barbara Blanche setzte er sich 2012 für die Gerlinde Beck Stiftung mit Skulpturen der verstorbenen Bildhauerin choreografisch und filmisch auseinander. Ein großangelegtes Projekt, welches ab Sommer 2013 in mehreren Ausstellungen im gesamtdeutschen Raum zu sehen war und als DVD im Handel erhältlich ist. Für die Gala der Tanzstiftung Birgit Keil 2012 kreierte Reginaldo mit „Across the border“ eine Solochoreographie für den Kammertänzer Flavio Salamanka. Im Anschluss an die Uraufführung wurde dieses Stück bei der 3. Internationalen Ballettgala zu Gunsten der Aidshilfe Salzburg, bei der Ballett-Gala zur Verleihung des deutschen Tanzpreises 2013 sowie an der World Stars Ballettgala Donetsk und zuletzt bei der 6. Ballett-Gala am Badischen Staatstheater Karlsruhe aufgeführt.

Im Rahmen des Ballettabends „Mythos“ entstand 2014 als erste Auftragsarbeit für das Staatsballett „Der Fall M“. Seine Kollegin, Freundin und Muse Bruna Andrade erhielt für ihre Rolleninterpretation in diesem Werk den Deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie „Beste Darstellerin Tanz“.

Es folgten mehrere Choreographien für Ballett-Galas: 2014 „Attacke“, 2015 „Eiskalt“ und in der Spielzeit 2014/2015 „Presente“ für die Gala „Ein Abend für Birgit Keil“. „Eiskalt“ wurde nach der Uraufführung u.a. auch in Brasília beim Festival Internacional de Dança de Brasília erfolgreich aufgeführt. Ein weiterer Erfolg war die Choreographie für das Staatsballett im Rahmen der Eröffnungsshow zum 300. Geburtstag der Stadt Karlsruhe 2015.

Sein aktuelles Werk „Anne Frank“ ist Reginaldos erstes abendfüllendes Handlungsballett, das im April 2016 mit großem Erfolg am Badischen Staatstheater Karlsruhe uraufgeführt wurde. Beachtung fand diese Kreation in den Kritikerumfragen diverser Tanzzeitschriften, u. a. wurde Reginaldo Oliveira von Angela Reinhardt im Magazin „tanz“ als „Choreograf des Jahres“ genannt.

http://reginaldooliveira.com/