Gastspiel: Morgen muss ich fort von hier

Das Ballaststofforchester und das Salzburger Landestheater haben sich zusammengefunden, um in einem gemeinsamen Konzert dem 75. Jahrestag des „Anschlusses“ Österreichs zu gedenken. Am 11. März 1938 marschierten deutsche Truppen in Salzburg ein und vereinnahmten in den folgenden Tagen ganz Österreich. Der Terror gegen Regimegegner und vor allem gegen jüdische Bürger, der in Deutschland bereits 1933 mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten begonnen hatte, zwang nun auch zunehmend österreichische (und inzwischen in Österreich lebende) Künstler zur Flucht und zum Leben im Exil. Viele, die dazu keine Möglichkeit hatten, kamen in den Konzentrationslagern des Nazi-Regimes um.

Mit Musik von Hanns Eisler, George Gershwin, Robert Gilbert, Benny Goodmann, Hermann Leopoldi, Kurt Weill und anderen vom NS-Regime verbotenen Komponisten erinnert das Konzert „Morgen muss ich fort von hier“ an die nationalsozialistische Verfolgung.
So ernst der Anlass des Konzertes, so schwungvoll wird es teilweise musikalisch mit den Stücken der großartigen (Unterhaltungs-) Künstler der 1920er Jahre werden. Bis heute sind ihre Titel Evergreens und der Gedanke, dass beispielsweise Hermann Leopoldi, der Komponist der „Spompernadeln“ oder des „Alois“, oder Robert Katscher, der Komponist von „Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt“, auf dem Index verbotener Künstler zu finden war, mutet heute geradezu absurd an.





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