Richard Wagner
Musikalische Leitung
Leo Hussain \ Adrian Kelly
Inszenierung
Eike Gramss
Ausstattung
Christian Floeren
Dramaturgie
Andreas Gergen
BESETZUNG
Tristan
Michael Baba
König Marke
Frode Olsen
Isolde
Jeanne-Michele Charbonnet
Kurwenal
Detlef Roth
Melot
Simon Schnorr
Brangäne
Katherine Goeldner
Hirt \ Seemann
Franz Supper
Steuermann
Einar Gudmundsson
Chor des Salzburger Landestheaters
Mozarteumorchester Salzburg
„Leo Hussain, der Musikdirektor des Salzburger Landestheaters, wählt einen direkteren Weg. „Tristan und Isolde“ hatte am Mittwoch im ehemals „Kleinen“ Festspielhaus Premiere. Auf weite Strecken dreht er mächtig auf in Tempo und Dynamik. Das glänzend vorbereitete und spürbar hochmotivierte Mozarteumorchester bringt er beständig auf Touren.“
Salzburger Nachrichten
„Das Ensemble macht sich prächtig: Bei „Isolde“ Jeanne-Michele Charbonnet habe ich mich gefragt, wann bricht sie in dieser Rolle ein. Nein, nie, am Ende wird sie zwar etwas schrill, wer will ihr das verdenken. Frode Olsen (König Marke) ist richtig gut, desgleichen Detlef Roth (Kurwenal) und ebenso die Katherine Goeldner als „Brangäne“, die in Salzburg begonnen hat. Mit einer ganz anderen Stimme, und heute erstaunlich gewachsen. Simon Schnorr, Franz Supper, Einar Gudmundsson, ein starkes Team.“
Kronenzeitung
„Richard Wagners „Tristan und Isolde“ ist ein Nachtstück, wie es hinsichtlich seiner Dimension und emotionalen Qualität seinesgleichen sucht. Die mittelalterliche Vorlage Gottfried von Straßburgs auf die inneren Kämpfe der beiden Hauptfiguren versichtend, lässt Wagner die Sänger monumentale Monologe bewältigen. Dass die unselige Liebe von Tristan und Isolde nur im Totenreich ihre Erfüllung finden kann, gibt dem Musikdrama seine dunkle Prägung.“
Salzburger Volkszeitung
„Bietet Richard Wagners Liebesdrama “Tristan und Isolde” an sich schon einen seltenen Hörgenuss, so kann das “psychologische” Meisterwerk derzeit im Salzburger Haus für Mozart in einer erstklassigen Inszenierung und Ausstattung besucht werden, bedingt durch das schlüssige Regiekonzept von Eike Gramss (er hält einen Lehrstuhl an der Universität Mozarteum im Fach Musikdramatische Darstellung inne) und durch das bezaubernde Bühnenbild Christian Floerens – knapp wie die Handlung selbst und von einer besonderen Atmosphäre getragen. Dirigent Leo Hussain versteht es, feinste Nuancen aus der Partitur zu holen, und das Mozarteum-Orchester steuert durch ihr facettenreiches Spiel ein Gutteil zur internationalen Klasse dieser ansprechenden Musiktheater-Aufführung bei.“
„Glanzvoller Höhepunkt der Salzburger Aufführung war die Liebesnacht im 2. Akt, in der Jeanne-Michele Charbonnet und Michael Baba alias Isolde und Tristan zur Hochform auflaufen. Gleiches gilt für das Mozarteum-Orchester, das hier in klanglicher Hinsicht eine schillernde Farbenpracht entwickelte.“
„Einen bleibenden Eindruck hinterließ auch der Beginn des 3. Aktes. Tristan kämpft mit dem Tod. Er wurde von seinem Vertrauten Kurwenal (gesungen von Detlef Roth; Prädikat: Sehr gut) zur Burg seiner Väter in die Bretagne gebracht und erwartet dort mit Schmerzen die Ankunft Isoldes. Wagners Musik ist an dieser Stelle von einer tiefen Tragik umfangen. Die starke Stimmung wird noch verstärkt durch das schaurig-schöne Bühnenbild.“
Dorfzeitung
„Sanft glitzern die Wellen. Das Meer vor Kornwall ist still und friedlich. Doch die Planken des Schiffes ruhen nicht auf dem Wasser. Sie hängen an seidenen Fäden, wie das Schicksal der Menschen: „Tristan und Isolde“ hatte im Haus für Mozart Premiere in einer introvertierten und bewegenden Inszenierung von Eike Gramss. Das Mozarteumorchester Salzburg feierte einen Triumph unter der Leitung von Leo Hussain.“
„Es ist ein voller, farbenreicher Wagnerklang, aus dem die wundersamen Solopassagen immer wieder herausblühen, wie Hoffnung: Dirigent und Orchester entfalten einen intensivfarbigen aus kräftigen Fäden gewobenen Klanggrund, halten sich keineswegs „bedeckt“, decken aber auch die Sänger nicht zu. Dafür werden die bewusst und spannungsvoll aufgebauten Crescendi so richtig zelebriert. Ein Genuss. Zum Abheben – oder Niedersinken. Das Mozarteumorchester unter der Leitung von Leo Hussain ist jedenfalls der Star der Produktion.“
DrehPunktKultur
„Respekt gebührt auch Eike Gramss und seinem Ausstatter Christian Floeren. Die beiden haben den “Tristan” nicht eigentlich interpretiert, sondern ausgestattet, ästhetisiert und abstrahiert. Klare Bilder, großflächige Stimmungen in Grautönen (was sonst) und dezente Video-Projektionen prägen den Salzburger “Tristan”. Im ersten Akt sind es senkrechte Seile, die die Darsteller wie Marionetten ihrer Schicksale auf schwankenden Holzpritschen wirken lassen. Später wird die Szenerie in die ungemütliche Atmosphäre einer nassen, halbverfallenen Burg verwandelt. Tristan und Isolde sterben neben einer Pfütze, aber der Blick aufs große weite Meer mit Cornwall im Hintergrund ist technisch geschickt umgesetzt.“
Salzburg24