Home \ Schauspiel \ Das Schloss
Franz Kafka
Inszenierung
Sandy Lopicic
Bühne
Johannes Leitgeb
Kostüme
Thurid Peine
Musik
Matthias Loibner \ Sandy Lopicic \
Die Strottern
Dramaturgie
Maren Zimmermann
BESETZUNG
K
Gero Nievelstein
Artur \ Erlanger
Sebastian Fischer
Jeremias
Sascha Oskar Weis
Frieda
Christiani Wetter
Brückenhofwirtin
Britta Bayer
Herrenhofwirt \ Bürgel
Werner Friedl
Barnabas \ Lehrer
Peter Marton
Olga \ Pepi \ Mizzi
Claudia Carus
Gemeindevorsteher \ Momus
Georg Clementi
Musiker
Klemens Lendl \
Matthias Loibner \
David Müller
„Der ihn [einen Stern] zum Leuchten bringt, ist Musiker und Regisseur: Sandy Lopicic. Das, was das Licht macht, ist ein Klassiker der Roman-Weltliteratur: „Das Schloss“ von Franz Kafka. Die, die auf selten gesehene Weise glänzen, sind die Schauspielerinnen und Schauspieler, denen man in jeder Phase der dreistündigen Aufführung die Lust und das Vergnügen anmerkt, endlich wieder einmal befreit zu spielen, das heißt: sich verwandeln, sich Figuren anverwandeln zu können. Ganz am Rand sitzen drei Musiker: Matthias Loibner und Die Strottern. Ganz leise, ganz wunderbar unterlegen sie die Aufführung mit einem hinreißend gewobenen Klangteppich aus wie absichtslos hingeworfenen und dennoch auf das Präziseste „komponierten“ Mustern. Aus dem Hintergrund machen sie das Zentrum, ohne sich selbst auszustellen: schlichtweg großartig. Ohne diese Musik würde die Aufführung so nicht funktionieren. Durch die Musik wird sie erst Ereignis, weil Sandy Lopicic keinen Roman dramatisiert, sondern im Roman Urformen des Theatralischen aufgespürt hat: Erzählungen, Bilder, Melodie und Rhythmus. Daraus formt er einen eigenen Klang. (…) Die Dorfgemeinschaft wird mehr und mehr zur Chimäre, und je mehr K.’s Leben sich in die Sozietät verstrickt, desto einsamer, unwirklicher wird es um ihn. Gero Nievelstein spielt das mit einer beklemmenden Sachlichkeit als Rädchen in einem sinnlosen Getriebe, scharf, punktgenau. Was sich um ihn herum tut und gruppiert, ist ein Figurenpanoptikum von absonderlichem Fantasiereichtum.“
Salzburger Nachrichten
„Sandy Lopicic kommt von der Musik, von der Theatermusik her. Was da beständig tönt, lautmalerisch überhöhend oder karikierend, von der Drehleier bis zur singenden Säge, verstärkt fein zugespitzte, immer wieder auch mit subtiler Poesie ansprechende Bilder. Aus der Situationskomik, an der es weder Kafkas Roman noch dieser bühnenwirksamen Umsetzung mangelt, destilliert Sandy Lopicic nur ausnahmsweise "kafkaeske" Überdrehtheit. Eher sind es Szenen, die in leisen Tragödien münden. Die Stärke dieser Roman-Umsetzung ist, dass nichts plump konkretisiert wird. Das von Kafka Unausgesprochene bleibt auch auf der Bühne unausgemalt, die Dinge reizvoll in der Schwebe.“
Nachtkritik.de
„Die Inszenierung der Kafka-Bühnenadaption am Salzburger Landestheater (…) atmet den anarchischen Geist der Farce und die hinterfotzige Naivität des Volksstücks. Zunächst fahren die Dorfbewohner aus dem Orchestergraben hoch, um als geisterhafter Chor eine Art Vorgeschichte zu erzählen. Die Behörden hätten einst einen Landvermesser bestellt, doch das Dorf habe sich mit seiner Meinung durchgesetzt, man bräuchte gar keinen. Dann wird K. (Gero Nievelstein) auf die schräg zusammengezimmerte Bühne (Johannes Leitgeb) geweht und sieht sich prompt dem Argwohn der Bauern ausgesetzt. Dass sich der Telefonverkehr mit dem Schloss nur per Theremin, dem Dinosaurier unter den elektronischen Instrumenten vollzieht, steht beispielhaft für den grotesken Humor, mit dem das Landestheater-Ensemble – kongenial untermalt von der eigenwillig-archaischen Klangwelt der Bühnenmusiker „Die Strottern“ und Matthias Loibner – immer bizarre Figuren zeichnet. (…) Georg Clementi gibt einen herrlich überhitzten Dorfvorsteher, der mit seinem Schubkarren-Käferpanzer auch als Gregor Samsa durchginge (Kostüme: Thurid Peine). Die zwei Gehilfen verkörpern Sascha Oskar Weis und Sebastian Fischer mit agiler Penetranz, während Britta Bayer als hantige Wirtin den Landvermesser zur Puppe degeneriert.“
SVZ