Friedrich Schiller

Premiere
05.10 2012
Landestheater


Inszenierung
Klaus Hemmerle

Ausstattung
Stefan Mayer

Kampfchoreographie
Volker Ullmann

Dramaturgie
Tobias Hell


BESETZUNG

Johanna
Claudia Carus

Karl VII
Christoph Wieschke

Königin Isabeau \
Schwarzer Ritter

Beatrix Doderer

Agnes Sorel
Christiani Wetter

Herzog von Burgund
Marco Dott

Graf Dunois
Peter Marton

La Hire
Florian Stohr

Du Chatel
Armin Jung

Talbot \ Bertrand
Gero Nievelstein

Lionel \ Raimond
Sebastian Fischer

Thibaut
Axel Meinhardt

Raoul \ Montgomery
Robert Herrmanns

Die Jungfrau von Orleans

Eine junge Frau voller Sendungsbewusstsein. Sie ist überzeugt, sie hat einen himmlischen Auftrag. Dafür zieht sie in den Kampf, entschieden, sich in einer Männergesellschaft durchzusetzen. Außerdem ist sie Jungfrau und steht dazu.
 Mit den beiden großen Themen des religiösen Fanatismus und der Jungfräulichkeit schlägt der klassische Text eine Brücke zu den heranwachsenden Generationen heute. Friedrich Schiller hat mit seiner Johanna eine faszinierende Persönlichkeit geschaffen, die eine Männergesellschaft stört und verstört. In seinem Text legt er messerscharf bloß, welchen Mechanismen der Macht die junge Heldin ausgesetzt ist. 
Als der Entschluss gefallen war, Johanna zur Heldin seines neuen Stücks zu machen, begann Schiller zunächst die überlieferten Prozessakten der Inquisition zu studieren und andere historische Quellen zu überprüfen. Was den versierten Theaterpraktiker allerdings nicht davon abhielt, in seiner Version einige bühnenwirksame Änderungen vorzunehmen. Während die historische Johanna selbst nie einen Gegner getötet hatte, wird sie bei Schiller zu einer kriegerischen Amazone. Johanna glaubt auf Geheiß Gottes zu handeln und verbreitet auf dem Schlachtfeld durch ihr bloßes Erscheinen Furcht unter den Gegnern. Allerdings kann sie ihren göttlichen Auftrag nur unter der Bedingung erfüllen, sich nie einem Mann hinzugeben. Doch als sie im Kampf den Engländer Lionel besiegt, bringt sie es nach einem tiefen Blick in seine Augen nicht übers Herz ihn zu töten und beginnt an ihrer Mission zu zweifeln. 
Die Uraufführung am 11. September 1801 in Leipzig wurde zum Triumph, und zu Lebzeiten Schillers blieb die „Jungfrau“ eines seiner meist aufgeführten Stücke. Am Salzburger Landestheater wird das Drama von Klaus Hemmerle inszeniert, der hier schon Michael Frayns „Reinhardt“ auf die Bühne brachte und nun auch den Mythos „Jeanne d’Arc“ aus dem Blickwinkel des 21. Jahrhunderts beleuchtet.

Die Jungfrau von Orleans

Pressestimmen

Himmel statt Scheiterhaufen

„Johannas Vater will sie und ihre Schwestern möglichst rasch verheiraten, weil es für Mädchen in Kriegszeiten besser sei, einen Mann zu haben. Johanna will nicht, sie ist mit den himmlischen Mächten in direkter Verbindung und fühlt sich berufen, die Engländer aus dem Land zu werfen und Karl VII. zur Krönung im Dom von Reims zu verhelfen. Den Plan zieht sie durch.“

„Johanna ist vielseitig, schwingt unerbittlich die Trikolore, geht aber auch mit dem Schwert um und mit der Gitarre. Claudia Carus hat extra ein kleines Lied in der Manier der Neuen Deutschen Welle komponiert, mit dem sie ihre Rolle kurz und leicht verständlich zusammenfasst.“

Salzburger Nachrichten

Landestheater spielt Schiller: „Die Jungfrau von Orleans“ Vom Cowgirl zur Rockröhre

„Regisseur Klaus Hemmerle interpretiert das Drama als Traum der Johanna, die vor Königen und Herzogen nicht Halt macht und Engländer en masse abschlachtet. Dafür verwedent er opulente Bilder, lässt sich von Ausstatter Stefan Mayer einen Tötungs-Glaskäfig bauen, der sich rasant im Kreis dreht. Mit schwerem symphonisch-mettalischem Soundtrack unterlegt, verwendet Hemmerle viel Energie in die bluttriefenden Schlachtszenen, Kampchoreograph Volker Ullmann hat Schauspieler wie Gero Nievelstein, Sebastian Fischer und Peter Marton den Umgang mit dem Schwert profund gelehrt.“

„Ins Zentrum der Aufmerksamkeit wandern […], etwa der grandios als Langhaar-Muttersöhnchen im Streifenpyjama überzeichnete König Karl VII.: Christoph Wieschke verwandelt den Zauderer in einen weltverlorenen Verlierer von Monty Python´scher Komik, der bei allen Schlachtsiegen stets nach Frieden, Freude und Versöhnung lechzt. Ebenso sprachgewandt wie urkomisch brilliert Marco Dott als blasierter Herzog von Burgund.“

Salzburger Volkszeitung

„Die Jungfrau von Orleans“- eine Kriegerin in göttlicher Mission

„Die Bühne (Stefan Mayer) wird von einem riesigen Asteroiden-Bild beherrscht und diese explodierenden Gesteinsmassen geben der Geschichte, die eigentlich 1430 während des Hundertjährigen Krieges spielt, etwas Futuristisches. Engländer und Franzosen liefern sich grandios choreografierte Schlachten. Der bekannte Kampfchoreograph Volker Ullmann hat den Kriegern ein strenges Trainingsprogramm auferlegt, das Ergebnis ist beeindruckend.“

„Klaus Hemmerle hat Schillers Klassiker erfrischend rasant inszeniert. Die vielen Schülerinnen und Schüler werden, wenn sie im Rahmen ihres Deutschunterrichts eine Vorstellung besuchen, sicherlich begeistert sein.“

Dorfzeitung

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