Türchen #22: Kein Platz in der Herberge

Während wir uns auf Weihnachten 2020 vorbereiten, arbeiten wir mit Nuran David Calis am Uraufführungsprojekt „#Ersthelfer #FirstAid“.

Im Zentrum dieses dokumentarischen Theaters, das auf Interviews basiert, die während der Probenarbeit mit dem Ensemble zu Stücktext werden, stehen die vielen Menschen, die im Herbst 2015 in Salzburg aktiv geworden sind, als tausende Menschen einen „Platz in der Herberge“ suchten.
Die Arbeit an diesem Projekt ist intensiv, manchmal schmerzlich, immer wieder macht sie auch wütend. Auf Systeme, die sich winden, ganz einfach die Menschenwürde zu achten.

Die Menschenwürde ist Grundlage aller Rechte und allen solidarischen Handelns. Bereits seit 1811 steht im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch Österreichs: Jeder Mensch hat angeborene Rechte. Jeder Mensch ist als Person zu betrachten. Die Sklaverei ist verboten.
Österreich hat sich außerdem verpflichtet, die Menschenrechte zu respektieren und zu sichern. Dazu hat Österreich mehrere internationale Abkommen unterschrieben, die Grundrechte und Menschenrechte enthalten. Zwei Beispiele dafür sind: die Europäische Menschenrechtskonvention und die Grundrechtecharta der Europäischen Union. Es gibt aber auch Abkommen, die ganz speziell Kinder, Frauen, Flüchtlinge und Menschen mit Behinderungen schützen. Zwei Beispiele dafür sind: die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen und die Genfer Flüchtlingskonvention der Vereinten Nationen.

Die Würde des Menschen ist unantastbar! Diese Grundregel menschlichen Miteinanders steht an erster Stelle. Und sie scheint weniger einen schon erreichten Ist-Zustand zu beschreiben, sondern eine unaufhörliche Zielvorgabe, die jeden Tag neu gelebt werden möchte.

In vielem herrscht in dieser Arbeit an „#Erstherfer #FirstAid“ Konsens; und in vielen Detailfragen gibt es keine Übereinstimmung – da sind wir ein klassisches Abbild der Gesellschaft. Die Fragen finden Platz in diesem Theaterprozess und fließen in die Aufführung ein.