Trauer um Schauspieler Sascha Oskar Weis

Der Schauspieler Sascha Oskar Weis ist am Freitag, 20. März 2020, überraschend an einem Herzinfarkt verstorben.

Seit 2009 war Sascha Oskar Weis Mitglied des Ensembles und einer der Publikumslieblinge am Salzburger Landestheater. Schon mit seiner ersten Partie in der Inszenierung "Faust" begeisterte er als "Mephisto" das Publikum. Sascha Oskar Weis zeichnete sich als Theatermensch durch seine Hingabe zum Beruf, seine Genauigkeit in den Rollenporträts und seine Vielseitigkeit aus, die ihn nicht nur im Schauspiel, sondern auch im Musiktheater zu mannigfaltigen Einsätzen kommen ließen.

Intendant Carl Philip von Maldeghem: "Sascha hat unsere gemeinsame Arbeit über zehn Jahre in vielen zentralen Partien und starken Produktionen geprägt und wesentlich mitgestaltet. Seine Leidenschaft für die Bühne und seine Präzision in der Gestaltung seiner Bühnenfiguren werden uns in ständiger Erinnerung bleiben. Es ist schwer vorstellbar, dass er nicht mehr bei uns ist. Einige von uns haben bis vor ein paar Tagen mit ihm an den "Mysterien" gearbeitet, andere standen mit ihm am 5. März in "My Fair Lady" auf der Bühne. Es ist bestürzend zu erfahren, dass er so plötzlich aus unserer Mitte gerissen wurde. Unser Mitgefühl gilt seinem Bruder und seiner Verlobten."


Geboren 1970 in Wien, absolvierte Sascha Oskar Weis seine Schauspielausbildung am Konservatorium seiner Heimatstadt. Erste Engagements führten ihn für zehn Jahre nach Deutschland, wo er an den Theatern in Bielefeld, Bonn, Düsseldorf, Essen, Koblenz, Mainz sowie in der Schweiz in Bern engagiert war. Zu seinen Paraderollen gehörte Mozart in Peter Shaffers "Amadeus", Mercutio in "Romeo und Julia", Danny in "Grease" und Tony in "West Side Story". In seiner Heimatstadt Wien war er als als Lucheni in "Elisabeth" und als Enjolras in "Les Miserables" an den Vereinigten Bühnen und als Jean Michel in "La Cage aux Folles" an der Volksoper zu erleben. Als Ensemblemitglied am Theater in der Josefstadt spielte Weis von 2003 bis 2005 u. a. Rollin in "Der grüne Kakadu" und Cleante in "Der eingebildete Kranke".

Seit 2004 war er regelmäßig bei den Festspielen Reichenau zu Gast, 2009 unter der Regie von Nicholas Ofczarek in Schnitzlers "Spiel im Morgengrauen", 2018 feierte er in der Produktion "Cella oder die Überwinder“ von Nicolaus Hagg großen Erfolg bei Presse und Publikum.

Seit 2009/2010 war Sascha Oskar Weis festes Ensemblemitglied am Salzburger Landestheater und unter anderem als Leon in "Weh dem, der lügt", Müller in "Müllers Büro", als Zwirn in Nestroys "Lumpazivagabundus", als Petrucchio in "Kiss me, Kate" und als Hofreiter in Werner Schneyders Inszenierung "Das weite Land" von Arthur Schnitzler zu sehen.

In der Inszenierung von Christian Stückl und an der Seite von Nikolaus Ofczarek spielte er die Rolle des Mammon in der Festspielinszenierung von Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" auf dem Domplatz. In der Spielzeit 2013/2014 brillierte er als Mephisto in beiden Teilen des "Faust" und wurde zum "Salzburger des Jahres" gewählt. Als Mackie Messer war er in Brechts "Dreigroschenoper" zu erleben. In der Spielzeit 2014/2015 spielte er den Leopold im "Weißen Rössl" und erarbeitete mit Regisseur Michael Gampe Schnitzlers "Anatol". Im Musical "Annie" spielte er die Rolle des betrügerischen Rooster, in Schirachs "Terror" die Rolle des Verteidigers.

Am Großprojekt "Dionysien" in der Felsenreitschule war er in "Prometheus" sowie "Oedipus rex" beteiligt, in den Komödien "Der nackte Wahnsinn" und "Wie es euch gefällt" kamen seine musikalisch-komödiantischen Talente zur Geltung. Eine Herzensrolle war für ihn 2019 der Alfred in Horvaths "Geschichten aus dem Wienerwald". In der laufenden Spielzeit brillierte er als Professor Higgins im Musical "My Fair Lady".