Anna Lukasser-Weitlaner

1990 in der Alpenregion Lienz geboren und aufgewachsen, studierte sie von 2009 bis 2012 Theater-, Film- und Medienwissenschaft (B.A.) an der Universität Wien. Angeregt durch praktische Erfahrungen und Seminare verlegte die gebürtige Tirolerin ihren Lebensmittelpunkt nach Rostock, um an der Hochschule für Musik und Theater das Masterstudium Theaterpädagogik zu absolvieren. In dieser Zeit war sie innerhalb eines Praktikums am Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin, in der Abteilung Theaterpädagogik und Dramaturgie tätig. Im Rahmen dessen assistierte sie bei der soziokulturellen Beteiligungswoche „Winterakademie 9. Sagen wir es geht ums Fressen“ dem Berliner Künstler und Architekten Erik Göngrich. Auch beim Rostocker Nachfolgemodell war sie als Theaterpädagogin im Musiklabor der Band Tanga Electra aktiv. Überaus prägend für ihre Arbeitsweise und ihr theaterpädagogisches Schaffen wurde ein studentischer Auslandsaufenthalt in Belo Horizonte, Brasilien, mit dem Schwerpunkt des Methodenaustausches mit Studierenden der Bildenden Kunst an der Escola Guignard. Inspiriert davon und anderen persönlichen Erlebnissen führte sie ihr Masterprojekt, gemeinsam mit zwei Mitstudentinnen, ortspezifisch zum Thema „das Fremde" an verschiedenen Stationen in den historischen Gemäuern der Hochschule durch. Sowohl Studierende der HMT und der Uni Rostock, Senioren*innen und Asylbewerber*innen waren daran beteiligt.

Nach dem Studienabschluss zog sie nach Berlin, um dort als freischaffende Theaterpädagogin und Projektmanagerin in facettenreichen künstlerischen, sozialen und soziokulturellen Projekten, für unterschiedliche Auftraggeber, tätig zu werden. So leitete sie wöchentlich stattfindende Theater AGs an Jugendfreizeiteinrichtungen und Schulen mit unterschiedlichen Themen und Schwerpunkten, erarbeitete und drehte mit Grundschülern*innen Kurzfilme und führte gemeinsam mit der Fotografin Anne Braun einen Fotoworkshop für Jugendliche zum Thema „Heimat“ durch. Von ihr mitkonzipiert, aufgebaut und durchgeführt wurde das Projekt „Übergänge schaffen“ des Stadtteilzentrums Steglitz e.V. in Kooperation mit der Jugendfreizeiteinrichtung Albrecht Dürer. „Übergänge schaffen“ ist als Sammeltitel für unterschiedlichste erlebnis-, spiel-, sozial-, und theaterpädagogische Projekte und Aktionen, zur aktiven Teilhabe von Jugendlichen im Sozialraum, zu verstehen. Durch diese Tätigkeit arbeitete sie vermehrt mit der staatlich anerkannten zeitgenössischen Tänzerin Ece Cinar zusammen. Es folgte bald die erste gemeinsame Auftragsarbeit, ein aufführungsorientiertes Tanztheaterstück mit Jugendlichen, welches den Grundstein für die Gründung des Künstlerkollektiv AEP – Agile Einhorn Provokationen bildete. Seit der Spielzeit 2016/17 ist sie als Theaterpädagogin am Salzburger Landestheater engagiert.