© Salzburger Landestheater

Anna Karenina

Reginaldo Oliveira

Nach dem Roman von Lew Tolstoi

Wiederaufnahme 4. September 2021 / Landestheater

Inhalt

„Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“ Mit diesem berühmt gewordenen Satz beginnt Tolstois Roman. Das Unglück kommt über Anna Karenina in Person des Grafen Wronski, der zunächst das Glück für sie zu verkörpern scheint. Als sie sich Hals über Kopf in eine Liebschaft mit Wronski stürzt, stellt ihr Mann sie vor die Wahl, entweder diese Beziehung zu beenden oder zu gehen und das eigene Kind nie wiederzusehen.

Inspiriert von Tolstois epochaler Liebesgeschichte begibt sich Reginaldo Oliveira in seinem neuen Handlungsballett auf die Reise zu einer der wichtigsten Frauen der Weltliteratur. Und mit ihr stellt er die Frage, ob eine außergewöhnliche Leidenschaft und dauerhaftes Glück überhaupt Hand in Hand gehen können oder große Gefühle immer in der Katastrophe enden müssen.

Pressestimmen

Die Tänzer überzeugen, vor allem mit der Harmonie der Pas-de-deux-Elemente, die in ihrer Leichtigkeit und ihrem Fluss für magische Momente sorgen, aber auch durch die Dynamik des Ensembles.

Kronen Zeitung

Zweifelsohne verspricht die Salzburger Inszenierung von "Anna Karenina" einen Abend mit großen Gefühlen, der in weiten Teilen von der fabelhaften Harriet Mills in der Titelpartie getragen wird. Am Ende lässt Oliveira sie in den Wahnsinn verfallen und ins Leere abgleiten.

Salzburger Nachrichten

Harriet Mills zeichnet in der Titelrolle als Anna sehr eindrucksvoll die Persönlichkeit dieser Frauenfigur nach: unvermutet ihre aufkeimenden Gefühle zu Wronski entdeckend, ist sie hin und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu ihrem Sohn Serjoscha und dem Geliebten. Sehr eindringlich und voller Leidenschaft lässt sie das Publikum erleben, wie Anna an diesen gesellschaftlichen wie familiären Spannungen und den sich aufbauenden Phantasien schließlich zerbricht.

Online-Merker

Die Verkörperung des Schicksals einer der wichtigsten Frauengestalten der Weltliteratur lässt den Zuschauer verstummen. So beeindruckend ist dieser Abend, ob im Online-Stream oder im realen Theater, wie am Pfingstsonntag. Der tosende Applaus bricht die Stille wie eine Befreiung.

Reichenhaller Tagblatt