Antigone

© SLT / Christian Krautzberger

Antigone

Sophokles

Schauspiel

Premiere: 24. September 2026 / Kammerspiele

Inhalt

Was ist gerecht? Was ist menschlich? Antigone widersetzt sich einem Verbot des Machthabers, das sie als unmenschlich empfindet. Eine Frau widersetzt sich dem Mann, der die Macht hat. Sie denkt menschlich, er in seinem System. Kann es da Versöhnung geben? Der Konflikt ist uralt und trotzdem modern: Überall geht es heute darum, sich im realen Leben zu positionieren und für seine Werte einzustehen. Was ist uns unsere Demokratie wert? Was sind wir bereit, zu opfern, um Freiheit und Gerechtigkeit zu sichern? Mit welchen Mitteln kämpfen wir? Mit wem gilt es, sich zu streiten – und wo macht Argumentation keinen Sinn mehr?

Der griechische Dichter Sophokles hat diesen Themen bereits vor ca. 2400 Jahren mit „Antigone“ ein eindrückliches Denkmal gesetzt. Nach dem blutigen Machtkampf um Theben verbietet König Kreon die Bestattung des „Verräters“ Polyneikes. Dessen Schwester Antigone widersetzt sich dem Gesetz, den eigenen Tod in Kauf nehmend: Für sie stehen göttliches Recht, familiäre Pflicht und menschliche Würde über der staatlichen Ordnung.

Was geschieht, wenn Recht und Gerechtigkeit auseinanderfallen und Gehorsam zur moralischen Schuld wird? Antigone und Kreon stehen sich unversöhnlich gegenüber, beide überzeugt, im Namen des Richtigen zu handeln. „Antigone“ konfrontiert uns mit der Notwendigkeit, Position zu beziehen, betont den Wert individueller Haltung und erinnert uns: Jede Gesellschaft wird daran gemessen, wie sie mit Widerspruch umgeht.

Sophokles lebte im 5. Jahrhundert v. Chr. in Athen und ist neben Euripides und Aischylos einer der großen drei Dichter der griechischen Klassik. Er schrieb etwa 123 Stücke, von denen nur sieben erhalten sind, darunter die Dramen „König Ödipus“, „Antigone“ und „Elektra“. Sie gehören zu den meistgespielten Tragödien der Weltliteratur und inspirierten über Jahrtausende hinweg das dramatische Schaffen nachfolgender Generationen.

Sarah Henker studierte am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und hat am Salzburger Landestheater u. a. bei Produktionen wie „Die Räuber“, „Der Wolf muss weg“, „Gabriel“ und „Untersberg“ Regie geführt. Aktuelle gesellschaftliche Diskurse stehen oft im Zentrum ihrer Arbeit, genauso auch die Anbindung klassischer Stoffe an die Gegenwart.