Berlin Alexanderplatz
Vivan & Ketan Bhatti
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Spartenübergreifendes Musiktheater in fünf Akten · Libretto von Christiane Neudecker nach dem Roman von Alfred Döblin
Inhalt
Was ist Großstadt? Anonymität und Isolation? Entmenschlichung und soziale Ungleichheit? Diese Fragen stellte Alfred Döblin bereits 1929 in seinem Roman. Die Brüder Vivan und Ketan Bhatti nahmen Döblins episches Werk als Ausgangspunkt, um es in die heutige Zeit zu übertragen. Ihr „Berlin Alexanderplatz“ ist keine bloße Adaption, sondern eine moderne Neugestaltung des klassischen Stoffes, die den ursprünglichen sozialen Kontext und die historische Dimension beibehält, dabei aber zeitgenössische Perspektiven und Herausforderungen integriert. Franz Biberkopf versucht nach seiner Haftentlassung ein neues Leben in Berlin zu beginnen. Geschildert werden sein Kampf gegen die Dämonen seiner Vergangenheit, seine Auseinandersetzung mit der Großstadt und die immer wieder auftauchenden Versuchungen und moralischen Konflikte.
Für die Neuinterpretation von Vivan und Ketan Bhatti adaptierte Schriftstellerin Christiane Neudecker den Roman in stilisierter Form. Die Brüder Bhatti setzen mit der Musik gezielt Kontraste: Elektronische Rhythmen spiegeln die unaufhörliche Energie der Stadt wider, ruhigere melancholische Klänge vertiefen die inneren Kämpfe des Protagonisten. 2023 wurde das Werk von „Opernwelt“ als beste Uraufführung des Jahres nominiert.
Die gemeinsamen Arbeiten der Brüder Vivan und Ketan Bhatti reichen von zeitgenössischer Kammermusik über experimentelles Musik- und Tanztheater, Bühnen- und Filmmusik, bis hin zu elektronischen Hip-Hop-basierten Produktionen. Ketan und Vivan Bhattis Musiktheaterstücke entstehen in Kooperationen mit renommierten Autor*innen und stellen Fragen zu Integration und Ausgrenzung.
Als Spezialist für Neue Musik widmet sich Musikdirektor Leslie Suganandarajah diesem aktuellen Werk. Der neue Schauspieldirektor Nuran David Calis erarbeitet mit seinem langjährigen Team für Bühne (Anne Ehrlich) und Kostüme (Anna Sünkel) das Musiktheaterstück „Berlin Alexanderplatz“ als packendes Mehrspartenprojekt.
Dauer: 2 Std. 50 Min.
Die Werkeinführung findet jeweils 45 und 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung statt.
Hinweis: In der Inszenierung werden stroboskopartige Lichteffekte eingesetzt.
Pressestimmen
„Der Tod ist konstant anwesend, in Form von exzellent spielenden, auch einmal tanzenden und singenden Figuren (darunter der herausragende Bass Daniele Macciantelli), die dem Publikum häufig den Rücken zuwenden und auf ihrem Hinterkopf Totenkopfmasken tragen. [...] Dirigent Leslie Suganandarajah hat die von den Gebrüdern Bhatti durchaus komplex gebaute Klangwelt toll im Griff, er führt die Sänger prima durch ihre Partien und weiß auch den x-ten orchestralen Knallbonbon an der rechten Stelle zu zünden. Die Partitur besticht durch ihren Formenreichtum und manchmal gewagt rasche Tempi.“
„Das Bühnenbild von Anne Ehrlich, eine schäbige großstädtische Wohnlandschaft, beeindruckte als bittere Satire: Einsame Menschen putzen sich die Zähne, stieren in die Leere oder gehen sich gegenseitig an die Gurgel. Neben dem viel beschäftigten Chor überzeugten die Solisten durchweg. [...] George Humphreys war als Franz Biberkopf weniger ein bemitleidenswerter Sozialfall als eine marionettenähnliche Jahrmarktsfigur, die hilflos an den Fäden des Schicksals zappelt. Sehr authentisch und schön fies: Alexander Kaimbacher als frauenverschlingender und intriganter Bösewicht Reinhold.
„Es ist eine Musik, die schillert, die oszilliert zwischen Jazzrhythmik, dann kommen ein paar Tänze, die auch auf der Bühne schön dargestellt werden, dann gibt es wiederum sehr viel Geräuschhaftes – also dieses Wilde, der Großstadt in Verbindung mit Klangkolorit aus den 1920er-, 1930er-Jahren. Diese Mischung ist schon gelungen. Man hört sehr gerne zu. Es gibt auch einige orchestrale Knallbonbons.“
Ausgewählter Termin
Termine & Tickets
Audioeinführung
von Flora Riezinger
Besetzung (am 21.05.2026)
Musikalische Leitung
Leslie Suganandarajah
Inszenierung
Nuran David Calis
Bühne
Anne Ehrlich
Kostüme
Anna Sünkel
Licht
Stefan Bolliger
Musikalische Einstudierung
Wolfgang Götz
Choreinstudierung
Mario El Fakih
Dramaturgie
Flora Riezinger
Regieassistenz
Alessia Cancian
Erzähler
Axel Meinhardt
Franz Biberkopf
George Humphreys
Reinhold Moroskiewicz
Alexander Kaimbacher
Mieze / Sonja / Emilia Parsunke
Nicole Lubinger
Tod 1
Alexander Hüttner
Tod 2
Robert Glyndwr Garland
Tod 3 / Metzger
Daniele Macciantelli
Die Stadt spricht
Luca-Noél Bock
Sophie Borchhardt
Paul Clementi
Larissa Enzi
Minna
Tetiana Dyiu
Schneider*innen
Mona Akinola
Kay Heles
Electra Lochhead
Connor Locke
Sperlinge
Giorgia Deferro
Connor Locke
Chong Sun
Miezes
Tetiana Dyiu
Julia Rath
Connor Locke
Chor
Chor des Salzburger Landestheaters
Orchester Mozarteumorchester Salzburg
