Cabaret
Cabaret
© Anna-Maria Löffelberger

Cabaret

John Kander

Musik von John Kander / Gesangstexte von Fred Ebb / Buch von Joe Masteroff nach dem Stück „Ich bin eine Kamera“ von John van Druten und Erzählungen von Christopher Isherwood

21. Mai 2021 / Landestheater

Inhalt

„Willkommen, bienvenue, welcome ­ im Cabaret, au Cabaret, to Cabaret!“ Wir sind mitten in Berlin, Ende der 20er Jahre, werden Teil der amüsiersüchtigen Metropole, die am Vorabend des Dritten Reiches auf dem Vulkan tanzt. Angezogen von der knisternden Atmosphäre der Großstadt reist der amerikanische Schriftsteller Clifford Bradshaw nach Berlin. Im Zug lernt er den sympathisch wirkenden Ernst Ludwig kennen, der ihm eine günstige Unterkunft in der Pension von Fräulein Schneider verschafft und ihn in die frivole Gesellschaft des Kit-Kat-Clubs einführt. Hier träumt die Sängerin Sally Bowles von einer großen Karriere, und Sally und Cliff hoffen, die Liebe auf den ersten Blick könne Bestand haben. Doch die Zeiten sind den privaten und beruflichen Plänen nicht gewogen: Als Steine in Schaufenster jüdischer Geschäfte fliegen, ist auch die späte Liebe zwischen Fräulein Schneider und dem Gemüsehändler Herrn Schulz in Gefahr. Cliff sieht die politische Gefahr deutlich und will mit Sally Deutschland verlassen, wohingegen Sally weiter von ihrer großen Karriere in Berlin träumt. Als sie das gemeinsame Kind abtreibt, hält den Amerikaner nichts mehr. Die Zurückbleibenden aber sehen einer ungewissen Zukunft entgegen.

Der Wechsel von großen öffentlichen Szenen und kleinen Privatsituationen gibt dem Stück seinen Atem; Die vom Ragtime und frühen Jazz inspirierte Musik Kanders sowie die durch Masteroff eingefügten revueartigen Nummern im Kit-Kat-Club, die die Handlung einrahmen, bilden eine Reminiszenz an die Musicals der 1920er Jahre.

 

Die Musik schrieb John Kander, die Liedtexte stammen von Fred Ebb, das Buch schuf Joe Masteroff nach dem Schauspiel „I Am a Camera“ (1951) von John Van Druten, das auf den autobiographischen Romanen „Mr. Norris steigt um“ (1935) und „Leb wohl, Berlin“ (1939) von Christopher Isherwood basiert. Das Musical wurde am 20. November 1966 im Broadhurst Theatre in New York City uraufgeführt. Harold Prince produzierte die Inszenierung und führte die Regie; in der Rolle des Master of Ceremonies war Joel Grey, als Fräulein Schneider Lotte Lenya zu sehen.

In der Verfilmung von 1972 brillierte Liza Minnelli als Sally Bowles, 1973 wurde der Film mit acht (!) Oscars ausgezeichnet.