Die Mitte der Welt
Die Mitte der Welt
© Tobias Witzgall

Die Mitte der Welt

Andreas Steinhöfel

Jugendstück / ab 13 Jahren

Uraufführung: 02.04.2020 / Kammerspiele

Inhalt

Ein leeres Bonbonglas, eine verlorene Schneekugel, eine schwarze Porzellanfigur; nur einige der magisch-unscheinbaren Gegenstände, die die Außen- und Innenwelt des 17-jährigen Phil bevölkern. Während auf der anderen Seite des Flusses die „kleinen Leute“ in der Stadt ihr belangloses Dasein fristen, lebt er mit seiner Mutter Glass und seiner Zwillingsschwester Dianne in der Villa Visible, einem alten Haus, in dem alles etwas zauberhafter, etwas unheimlicher, etwas realer und gleichzeitig irrealer ist als anderswo. Doch Schwierigkeiten gibt es hier genau wie an anderen Orten.

Während Glass einen Liebhaber nach dem anderen nach Hause bringt, sich aber weigert, über den Vater ihrer Kinder zu sprechen, und Dianne eine eigenartige Verbindung zu Tieren und Pflanzen entwickelt und sich dabei immer mehr von der Familie entfernt, verliebt Phil sich Hals über Kopf in seinen neuen Mitschüler Nicholas, den er von irgendwoher zu kennen scheint. Dass er schwul ist, ist nicht das Problem, das weiß Phil schon lange. Aber so eine erste Liebe bringt einiges durcheinander: die Beziehung zu seiner besten Freundin Kat, das Verhältnis zu den anderen aus der Klasse, das eigene Selbstverständnis, die eigenen Grenzen. Und natürlich stellt sich die große, große Frage: Kann man einen anderen Menschen jemals ganz verstehen? Oder ist man doch immer dazu verdammt, sich knapp zu verpassen?

Andreas Steinhöfel (*1962) ist hauptsächlich Kinder- und Jugendbuchautor und wurde 2013 für sein Gesamtwerk mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises ausgezeichnet. In „Die Mitte der Welt“ erschafft er eine Wirklichkeit, über der ein Schleier des Unwirklichen liegt; das Leben kann verwirrend und grausam sein, doch stets bedeutungsvoll.

Marco Dott hat zahlreichen Kinder- und Jugendstücken seine sensible und phantasievolle Handschrift verliehen. Er inszenierte unter anderem „Momo“, „Die Kinder des Monsieur Mathieu“, „Türkisch Gold“ und „Schöne neue Welt“ für junges Publikum. Das Ausstattungsteam Jan Hendrik Neidert und Lorena Díaz Stephens zeigte seine beeindruckende Bildsprache im Jugendstück „Halbe Helden“.

Ausgewählter Termin

Do. 07.05.2020 10.00

Kammerspiele

Besetzung (am 07.05.2020)

Inszenierung Marco Dott

Bühne Jan Hendrik Neidert

Kostüme Lorena Díaz Stephens