• Hanno Waldner, Janina Raspe, Tim Oberließen, David Zieglmaier
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Hanno Waldner, Tim Oberließen, Janina Raspe, David Zieglmaier
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Hanno Waldner, Janina Raspe, Tim Oberließen, David Zieglmaier
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Hanno Waldner, Janina Raspe, Tim Oberließen, David Zieglmaier
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Janina Raspe, David Zieglmaier, Tim Oberließen
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Janina Raspe, David Zieglmaier, Hanno Waldner, Tim Oberließen
    © Anna-Maria Löffelberger
  • David Zieglmaier, Janina Raspe, Hanno Waldner
    © Anna-Maria Löffelberger
  • David Zieglmaier, Hanno Waldner, Janina Raspe, Tim Oberließen
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Janina Raspe, Marcus Bluhm
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Marcus Bluhm
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Gregor Schleuning, Marcus Bluhm, Britta Bayer
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Gregor Schleuning, Marcus Bluhm, Britta Bayer
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Janina Raspe
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Janina Raspe, Hanno Waldner
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Janina Raspe, Marcus Bluhm
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Janina Raspe, Gregor Schulz
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Hanno Waldner, Marcus Bluhm, Ensemble
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Janina Raspe, Marcus Bluhm
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Marcus Bluhm
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Janina Raspe, Marcus Bluhm
    © Anna-Maria Löffelberger
  • Janina Raspe, Gregor Schleuning
    © Anna-Maria Löffelberger

Die Weisse Rose

Lillian Groag

Aus dem Englischen von Constanze Hagelberg

Premiere: 17.11.2017

Inhalt

Es verlangt Mut – und kann das Leben kosten: Die Geschwister Hans und Sophie Scholl und ihre Freunde sind im Untergrund aktiv und verteilen in der Universität Flugblätter, mit denen sie das Hitler-Regime angreifen und in Frage stellen. Durch Denunziation werden sie des Landesverrats verdächtigt und mehrfach zu Verhören geladen. Zunächst kann man ihnen nichts nachweisen und durch Absprachen untereinander und rhetorisches Geschick gelingt es ihnen eine Zeit lang, die Geheimpolizei auf eine falsche Fährte zu führen. Doch irgendwann findet die Gestapo die Beweise stichhaltig genug, um die Mitglieder der „Weißen Rose“ – alle zwischen 21 und 25 Jahre jung – dem Volksgerichtshof auszuliefern, der sie zum Tod durch das Fallbeil verurteilt. Verhaftung, Verhöre, Verurteilung und Hinrichtung spielen sich in dem kurzen Zeitraum vom 18. bis zum 22. Februar 1943 ab.

Im Schauspiel „Die Weiße Rose“ rekonstruiert Lillian Groag die letzten vier Tage von Hans und Sophie Scholl als packendes Duell mit dem Kriminalobersekretär der Gestapo, Robert Mohr, der sie verhört. Angetrieben von Selbstzweifeln versucht Mohr das Verfahren als Lappalie darzustellen, muss aber schließlich erkennen, dass er selbst Gefangener des nationalsozialistischen Systems ist und eine Verurteilung nicht verhindern kann.

Lillian Groag wurde 1945 in Argentinien geboren und verbrachte ihre Jugend in Frankreich. Heute lebt sie als Autorin, Übersetzerin, Schauspielerin und Regisseurin in den USA. Das halb-dokumentarische Drama „The White Rose“, das auf den Original-Verhörprotokollen der Gestapo und den späteren Aussagen Robert Mohrs basiert, ist ihr bekanntestes und populärstes Werk. Aber auch als Autorin der Stücke „The Ladies of the Camellias“ und „The Magic Fire“ wurde sie bekannt.

Volkmar Kamms „Homo Faber“ steht nun bereits in der 9. Spielzeit auf dem Programm, aber auch Aufführungen wie „Felix Krull“ oder „The King’s Speech“ sind unvergessen. In eigener Textbearbeitung entstanden die Uraufführungen „www.brandnerkaspar.at“ und „Der Trafikant“. Außerdem entzückte Volkmar Kamm, langjähriger Oberspielleiter an den Theatern Regensburg, St. Gallen und Linz, Groß und Klein mit seiner turbulenten Inszenierung des Klassikers „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“.

Dauer: ca. 2 h / inkl. Pause

Pressestimmen

„In szenischen Rückblenden wird gezeigt, wie aus der Studenten-Clique in Rotweinlaune jene wiederständische Mini-Front erwächst, deren Flugblätter den Ingrimm der Nazis schüren. Wobei Sophie resolut mitmischt im Kampf um ihr Deutschland. Verhört wird mit dem Gesicht zum imaginären Führer, wobei der zaudernde Mohr selber ins Visier seiner Untergebenen gerät. Britta Bayer spielt die Charge Mahler mit genau jener vorwurfsvollen Hinterhältigkeit, die damals wohl Millionen an den Tag gelegt haben.

Letztlich wird das Hakenkreuz zur Pinnwand für die Fotos aller, über die das Urteil schon gefällt ist. Die Verhandlung eine Farce. Hans Scholls Worte „es lebe die Freiheit“ hallen nach. Bis heute, denn zur Pause ergießen sich Flugblätter des Ensembles übers Publikum. Der Beipackzettel mit Warnung vor politischen unerwünschten Wirkungen passt zum spürbaren Engagement einer sehr ambitionierten Mimenriege.“

Kronen Zeitung

„Die holzschnittartige Zeichnung des nationalsozialistischen Elements wird durch Volkmar Kamms Bühnenbild fokussiert. Nachdem bayrische Wappen-Tapisserie herabgerissen ist, klotzt ein riesiges, rotes Hakenkreuz auf der Bühne mit seinem deckungsgleichen Pendant, das den Boden durch seinen Körper strukturiert. Mit dieser Konstruktion lässt sich augenscheinlich Hierarchie inszenieren und der Bedarf an Raum und Möblierung ausreichend abdecken. [...]

Die Stärke des Stücks und dieser Aufführung liegen in den Studentenszenen, die Vorgeschichte der Aktivistengruppe in die Verhandlungsebene verschneidend. Mit Hanno Waldner als Hans Scholl, Gregor Schulz als Alexander Schmorell und Tim Oberließen als Christoph Probst agiert ein Quartett studentischer als herkömmliche Studenten dies vermöchten. Als fünftes Rad am Wagen fällt Janina Raspe mit Sophie Scholl die diffizilste Rolle zu, an der die Bandbreite menschlicher Konflikthaltung aufgehängt ist. Im Gegensatz zu ihrem Gegenspieler Mohr, der sich ständig verrenkt, bleibt sie als ideale Figur in ihrer Spur, standhaft bis stur.

Das Erinnern an diese jungen Leute ist zu keiner Zeit verblasst. In der jetzigen Umbruchssituation, in der weltweit alle Gesellschaften gefordert sind und unsere Demokratien sich als verletzliche Biotope erweisen, gewinnt es neue Bedeutung.“

DrehPunktKultur

„Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen“, schrieb der spanische Philosoph George Santayana. Dieses Motto ist die Grundlage von Volkmar Kamms Inszenierung von Lilian Groags „Die weiße Rose“ am Salzburger Landestheater. Das dramatische Stück erzählt die Geschichte der berühmten Bewegung von ihrem Kampf gegen den Nationalsozialismus bis zur Hinrichtung ihrer Gründer. Ein intensiv spielendes Ensemble sorgte im Publikum für Spannung und Betroffenheit.“

Reichenhaller Tagblatt

„Das junge Publikum vor allem im Landestheater, das dort diesmal bei der Premiere zu einem guten Teil die Abonnenten des Premierenringes abgelöst hatte, zollte dem Ensemble der „Weißen Rose“ lang anhaltenden Beifall, voran der Sophie Scholl der Janina Raspe, dem Hans Scholl des Hanno Waldner und allen anderen Schauspieler, die Volkmar Kamm (Regie und Raum) vor einem bühnenhohen Hakenkreuz agieren ließ.

Der Theatertext – auf historischem Material basierend, aber keine Dokumentation – vergegenwärtigt die Greuel, die Erniedrigung von Menschen, denen alle Schmach und Qualen und Folter angetan wurden, die offensichtlich nur von Menschen erfunden werden konnten, einem Publikum, dem ein Weltkrieg, Bombenterror, KZ nur aus Dokumentationen und historischen Arbeiten bekannt sein kann. Aber, und das ist die große Einschränkung, wer beschäftigt sich schon mit der jüngeren Vergangenheit, um die Zukunft so zu gestalten, dass derlei nicht mehr möglich ist?“

Die Furche