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Die vier Temperamente, die vier Elemente, die vier Jahreszeiten, die vier Lebensalter – die Vier scheint eine magische Zahl zu sein im Menschenleben. Sie sagt uns vor allem, dass jedes Ding – und jeder Mensch – nicht nur seine zwei Seiten hat, sondern mindestens vier-, wenn nicht vielfältig ist. Dass jedes Ding seine Zeit hat und sich wandelt. Dass jeder Mensch dem Wandel unterworfen ist und sein Schicksal sich wenden kann.
Diese Vielgesichtigkeit von allem, was ist, macht Peter Breuer zum Ausgangspunkt seines neuen abendfüllenden Balletts. Mit tänzerischer Virtuosität wirft er die Dinge in die Luft und lässt sie in Elementarteilchen zerfallen, wirbelt sie durcheinander und setzt sie neu zusammen. Menschliche Beziehungen sind elementar, die Elemente der Liebe fügen sich zusammen, wie sie wollen und versetzen den Menschen in elementare Gemütszustände. Erde, Luft, Feuer und Wasser als die Grundelemente des Irdischen haben positive und negative Eigenschaften. Das Feuer gibt uns die Wärme zum Leben, die Erde trägt und birgt uns, das Wasser ist das Lebenselement, ohne das wir nicht auskommen können, von der Luft zum Atmen gar nicht zu reden.
Die Erde war ein Paradies, doch der Mensch wurde daraus vertrieben. Wer von der Erde verschüttet wird, dem drohen Ersticken und Erdrücktwerden. Und wenn die Erde ausgeplündert wird, bleibt Ödnis übrig. Immer wieder erleben wir die zerstörerische Wucht von Luft, Wasser und Feuer. Eine Feuersbrunst frisst sich rasend schnell durch Häuser und Wälder und verbrennt den Fliehenden. Und es braucht kein Tsunami zu sein, wenn eine Wasserflut Mensch und Tier mit sich reißt und ersäuft. Auch Stürme reißen alles hinweg, was ihnen in den Weg kommt. Da denken wir lieber an einen hübschen Fächer, mit dem wir uns im Sommer sanft zufächeln, um in einer linden Luft selig zu seufzen.
Besetzung
Idee und Konzept
Peter Breuer Maren Zimmermann
Choreographie
Peter Breuer
Musikarrangement
Eduardo Boechat
Bühne
Andreas Lungenschmid
Kostüme
Alois Dollhäubl
Dramaturgie
Maren Zimmermann
Tänzer
Eriko Abe Kristina Kantsel Liliya Markina Kayo Nakazato Stephanine Ricciardi Cristina Uta Kate Watson Anna Yanchuk Samuel Hoi Ming Chung Junior Demitre Vladislav Koltsov Alexander Korobko Ivan Kozyuk Marian Meszaros Asher Smith Josef Vesely
Pressestimmen
Die Luft lässt sich tanzen
Begeisterung und Jubel wie eh und je! Luft kann man zwar nicht fangen, aber tanzen. Und wie. Weiches, warmes Holz und hart-kaltes Eisen kommen auch noch hinzu. So spielen die unendlichen Geschichte der kleinen, Welt bestimmenden Biografien. Peter Breuer ist ein findiger Tanz-Erzähler (diesmal mit Maren Zimmermann), dem sowohl die Geschichte und die Handlung wichtig und bedeutsam sind, sowie die anspruchsvoll herausfordernde Ästhetik der Körper- und Choreografie-Bilder.
Kronen Zeitung
Tanzfest der vier Urgewalten
Mit einem poetischen Pas de deux zweier Göttergestalten, die sich gegenseitig eine überdimensionale Weltkugel zuwerfen, lässt Peter Breuer sein rauschendes Tanzfest für die vier Urgewalten beginnen. Den roten Faden des klug konzipierten Stücks bilden zwei berührende Götterfiguren (Kate Watson und Josef Vesely), die die Elemente aufeinanderprallen lassen, dann aber doch wieder in das Spiel der Gewalten eingreifen, um neues Leben zu erschaffen. Anleihen beim Zirkus holt sich Peter Breuer für die faszinierende »Luft«-Szene, in der er Tänzer bei stürmischem Wetter mit Regenschirmen über die Bühne fliegen lässt. Kaum an Eindringlichkeit zu überbieten sind auch der Tanz der zwei anmutigen Göttergestalten auf einer gigantischen Wippe (Bühne: Andreas Lungenschmid) und das verspielt wikende Pas de deux von Asher Smith und Liliya Markina in einem Wasserbecken. Aus der Fülle der Ensemblenummern ragen die starken Duette hervor, die allesamt für eine Liebesgeschichte voller Leidenschaft und Tragik stehen. Breuers 16-köpfige Balletttruppe agiert auf gewohnt hohem technischem Niveau. Der Salzburger Ballettchef beweist ein weiteres Mal sein sicheres Händchen für ästhetische Bewegungsabläufe.
SVZ
Breuer erzählt mit seiner Kokonzeptionistin Maren Zimmermann keine Handlung, sondern assoziiert frei zu den Naturkräften. Breuer gelingen gleich reihenweise atmosphärisch durchdringende Bilder, etwa beim weiteren Verlauf des Kapitels »Erde«, als sich vier Paare zu gesprochenen Computer-Programmierzeilen im Internet finden. Ihnen bleibt ein kurzer Moment des gelösten Innenhaltens, ehe das Netz wieder den Takt ihres angespannt-verkrampften Miteinanders diktiert. Es ist der wohl berührendste Moment des Stücks.