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Ödön von Horváths Roman »Jugend ohne Gott« beschäftigte ihn buchstäblich bis zu seinem Tod. 1937 in Henndorf am Wallersee geschrieben, wurde dieses Buch – unmittelbar nach seinem Erscheinen in einem Amsterdamer Emigrantenverlag – zu einem Sensationserfolg. Thomas Mann hielt es für das »beste Buch der letzten Jahre« und der Filmproduzent Robert Siodmak plante eine Verfilmung. Unmittelbar nach ihrer letzten Begegnung in Paris starb Ödön von Horváth, der von einem herabstürzenden Ast auf den Champs Elysées erschlagen wurde. »Jugend ohne Gott« ist das Portrait eines Geschichtslehrers, der durch seine Kriegserfahrungen als Jugendlicher den Glauben an Gott verloren hat, und der nunmehr den Glauben an die Jugend verliert. Seine Schüler empfindet er als rückgratlose, im Strom der diktierten öffentlichen Meinung mitschwimmende Wesen. Ein Freund prophezeit, das »Zeitalter der Fische« werde anbrechen, kalte Zeiten, in der die menschliche Seele so unbeweglich werden würde wie das Antlitz der Fische. So ist sie, die Jugend, das fühlt der Lehrer resignierend. In einem Zeltlager geschieht ein Mord an einem seiner Schüler. Der Lehrer ahnt seine Mitschuld, doch er schweigt und wird so in einen Kriminalfall verwickelt, der sein eigenes Gewissen prägt. »Es gibt nichts Entsetzlicheres als eine schreibende Hur«, beschrieb Horváth die Idee seines Projekts in einer Skizze aus dem Nachlass. »Ich geh nicht mehr auf den Strich und will unter dem Titel ›Komödie des Menschen’ fortan meine Stücke schreiben, eingedenk der Tatsache, daß im Ganzen genommen das menschliche Leben immer ein Trauerspiel, nur im einzelnen eine Komödie ist.«
Pressestimmen
»Mit Händen zu greifen ist die Atmosphäre der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg: die Bereitschaft der Jugendlichen, nach der neuen Doktrin zu funktionieren; die Begeisterung, mit der sie die vormilitärische Erziehung unter einem alten Feldwebel genießen, ohne zu merken, dass demnächst der Ernstfall eintreten wird. Diese wichtigen Aspekte stellt Maldeghems Bearbeitung und Inszenierung klar und überzeugend dar.«
Salzburger Nachrichten
»Carl Philip von Maldeghem hat das Moralstück über Gott, Gewissen und Gewalt in flotte zwei Stunden und zwei klar getrennte Hälften gebannt. So dient die zum Zuschauerraum hin schräg abfallende Bühne von Christian Floeren erst als Natur-, dann als Stadtkulisse, ohne dabei ihren drohenden Charakter zu verlieren. Dazu tragen auch die Mozarteums-Studenten bei, die den von ihren verkörperten Schülern bei allem Gleichschritt und Gleichklang in Korps und Chor individuelle (un)moralische Einstellungen verleiht.«
Salzburger Volkszeitung
»Im Mittelpunkt steht Christoph Wieschke als Lehrer auf Identitätssuche. Sehr stark auch Gerhard Peilstein als verständnisvoller Direktor, herrischer Feldwebel und vor allem als Julius Cäsar. Anna Christina Einbock überzeugt als kindliche Eva, die sehr wohl zu verführen versteht. Sehr stark auch die Schauspielschüler des Mozarteums, die sich gekonnt ins Ensemble des Salzburger Landestheaters einfügen. [...] Eindrucksvoll die Drehbühne, die den Wechsel vom Zeltlager zu den Bauernhäusern und vom lauschigen Wäldchen zum Gerichtsaal ermöglicht. Die Inszenierung regt dazu an, doch wieder einmal das Buch – ein großartiges Prosawerk über Verantwortung und Schuld – zu lesen.«
Dorfzeitung
»Das Stück ist ein spannender Krimi. Dramatik pur. Herausragende Leistungen der Schauspieler finden breiten Beifall. [...] Mit Recht ist das Publikum beeindruckt, ja begeistert.«
EpochMedia
Besetzung
Inszenierung
Carl Philip von Maldeghem
Ausstattung
Christian Floeren
Dramaturgie
Bettina Oberender
Der Lehrer
Christoph Wieschke
Bürgermeister \ Diener \ Staatsanwalt \ Kommissar
Marco Dott
Pfarrer \ Der Alte
Gero Nievelstein
Feldwebel \ Direktor \ Julius Caesar
Gerhard Peilstein