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Maria Antonia Josepha Johanna Erzherzogin von Österreich wurde als Gemahlin Ludwigs XVI. zu einer der schillerndsten und umstrittensten Persönlichkeiten des französischen Hofes am Vorabend der Französischen Revolution. 1770 wurde die 14-jährige Maria Antonia aus politischen Erwägungen mit dem Dauphin von Frankreich verheiratet, den sie nie zuvor gesehen hatte. Mit französischen Gewändern bekleidet betrat sie französischen Boden und war ab sofort die Dauphine Marie Antoinette. Am Hof von Versailles fiel sie in erster Linie unangenehm auf, da sie weder die Etikette noch die Intrigen des Hofes beherrschte. Die Tanten ihres Mannes nannten sie nur verächtlich »l’Autrichienne» (die Österreicherin). Auch für das jahrelange Ausbleiben eines Thronfolgers machten sowohl die Öffentlichkeit als auch der Hof ausschließlich sie verantwortlich. Ihr zunehmend verschwenderischer Lebensstil wurde ebenso angeprangert wie ihre Begeisterung dafür, spielerisch das Leben einer einfachen Bauersfrau nachzuahmen. Die Erkenntnis, dass eine unüberbrückbare Kluft zwischen dem Hof und seinem hungernden Volk entstanden war, kam zu spät. Das Leben Marie Antoinettes endete 1793 auf dem Schafott. Peter Breuer nähert sich in seinem Ballett der Person an, die seit ihrem 14. Lebensjahr unter ständiger, missgünstiger Beobachtung stand, und zwar von der morgendlichen Toilette bis ins nächtliche Ehebett. Er spürt dem Weg nach, der aus Maria Antonia die umstrittenste Bewohnerin Frankreichs machte: L’Autrichienne.
Besetzung
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Choreographie
Peter Breuer
Ausstattung
Dorin Gal
Musikarrangement
Eduardo Boechat
Dramaturgie
Maren Zimmermann
Tänzer
Anastasia Bertinshaw Naiara de Mattos Sophie Hogrefe Kristina Kantsel Cristina Uta Kate Watson Anna Yanchuk Iure de Castro José Flaviano de Mesquita Junior Yoshito Kinoshita Vladislav Koltsov Herick Moreira Patrick Santos Asher Smith Josef Vesely
Pressestimmen
Eine Königin als Tanzgeschöpf
»Also wird Primaballerina Anna Yanchuk zur Figur, die Geschichte durchlebt. Sie tut dies mit zunehmender intensiver Energie, wird dort ausdrucksstark, wo sie nicht allein Spielball einer poppig knallbunten Hofschickeria sein muss, sondern Leidenschaft, verwirrte Gefühle, liebe und das eigene Ende am Schafott charaktervoll durchgestalten kann.«
»Tänzerisch hält die Compagnie weiterhin ein famoses hohes Niveau, individuell sind mit Asher Smith als kraftvollem Geliebten Axel von Fersen, Vladislav Koltsov als Dauphin , den karikierten Hofdamen Kate Watson und Kristina Kantsel und Eriko Abe als Madame des Lamballe starke, körperlich intensiv präsente Charaktere am Werk. Eine Klasse für sich: Christina Uta als königliche Mätresse Madame Dubarry und Josef Vesely als Ludwig XV.«
Salzburger Nachrichten
Eine einsame Königin
»Da der einsamen Adeligen, die verächtlich »L´Autrichienne« genannt wurde, Zärtlichkeiten ihres Mannes (zauberhaft schüchtern: Vladislav Koltov) verwehrt bleiben, flüchtet sie sich in die Prunksucht und rauschende Hoffeste. Die passenden Musikcollagen mit einem wilden Stilmix aus Hector Berlioz´, Franz Xaver Dusseks, Serge Gainsbourgs und Henri Dutilleux´ Oeuvre steuerte Eduardo Boechat bei.«
»Das sechzehnköpfige Ballettensemble präsentiert sich in »Marie Antoinette« mit sechs Neuzugängen auf gewohnt hohem technischem Niveau. Den innigsten Pas de Deux tanzt Marie Antoinette mit ihrem Geliebten Axel von Fersen (herausragende: Asher Smith) kurz vor ihrer Hinrichtung, bei der es zu Edith Piafs »Je ne regrette rien« Blut regnet. Als die bereits guillotinierte Königin vom Volk durch die Straßen gezogen wird, trauert nur er allein um seine einstige Liebhaberin.«
Salzburger Volkszeitung
Feudale Lovestory
»Peter Breuer, Spezialist für das individuelle Leiden großer Frauenfiguren, wählt Marie Antoinettes' Liebesleben als zentralen Angelpunkt: Ankunft der 14-Jährigen in Frankreich zwecks Heirat des Thronfolgers Ludwig XVI., schleppender ehelicher Vollzug mit überfordertem Jung-Gatten, leidenschaftliche Affäre mit Axel Graf von Fersen, Tod durch Schafott.« »Im eleganten Bühnenbild (Dorin Gal) aus mobilen, silberschimmernden Quadern, auf die abstrakte Bilder und Naturvideos projiziert werden, entfaltet sich der exquisite Tanzabend. Anna Yanchuk ist als Marie Antoinette exzellent besetzt. Optimal begleitet von Vladislav Koltsov als Ludwig XVI. und Asher Smith als Graf Axel von Fersen changiert sie spielend zwischen Scham, Selbstvertrauen, Feierlaune, Amour fou, Gewissensbissen und Todesangst.«
»Das Ensemble sprüht vor Energie. Man dreht, springt und landet bombensicher (herausragend: José Flaviano de Mesquita Junior).«