Ne me quitte pas
Ne me quitte pas
© Christina Baumann-Canaval

Ne me quitte pas - Dott singt Brel

Premiere: 06.02.2020 / Kammerspiele

Inhalt

Le Grand Jacques Brel. Seine Auftritte waren gekennzeichnet durch einen expressiven Vortrag. Heute gilt er als der französische Chansonnier par excellence, obwohl er eigentlich aus Belgien stammte. Er stellt sich außerhalb der Gesellschaft, um sie umso besser zu sehen. Heimat ist ihm so nah, dass er viel Abstand braucht. Das belgische Zuhause tauscht er gegen das fremde Pariser Leben, die Momentaufnahmen seiner Lieder erzählen Minidramen von den ganz großen Themen: von Einsamkeit und Bigotterie, von Scheinheiligkeit und Elend, von Matrosen und Huren, vom Tod – und von der Liebe.

Jacques Brel verlässt die elterliche Familie (und mit ihr eine sichere Zukunft als Kartonagen-Fabrikant), haust in Paris, kämpft sich durch Clubs, schreibt Lieder voller Wut und Verzweiflung – eigentlich für andere Interpreten. Und steht schließlich selbst mit der Gitarre in der Hand auf der Bühne, ergreift beherzt eine einmalige Chance, ein großes Publikum zu erreichen, ist plötzlich ein Star, der in den großen Konzerthallen der Welt zu Hause ist. Und verlässt das Podium der Welt genauso überraschend wieder, zieht sich schließlich auf die polynesische Insel Hira Oa zurück, der er sich als Postflieger zur Verfügung stellt.

Brels Lieder voller Wut, Sehnsucht, Witz, Liebe und belgisch-französischem Esprit verknüpft Marco Dott mit der außergewöhnlichen Biographie des streitbaren Künstlers zu einem pulsierenden Abend.

„Brel (1929–1978) hat sein Leben inszeniert wie ein Regisseur. Und immer wieder wusste sich der Mensch vor dem Star zu retten. Brel war begeisterungsfähig und voller Zweifel, großzügig und unerträglich. Er war ein Weltmeister im Verbreiten von Halbwahrheiten und platten Lügen, aber er war zu aufrichtig, um arglistig zu sein. ‚Ich will nicht betrügen‘, sagte er immer wieder, dieser Spieler, der vor allem ein schöpferischer Mensch war.“   Olivier Todd

Marco Dott, der am Salzburger Landestheater als Schauspieler und Regisseur sowohl im Schauspiel wie auch immer wieder im Musiktheater arbeitet, hat sein Publikum auf unterschiedlichste Weise oft beglückt. Mit diesem Abend realisiert er seine Hommage an den musikalischen und engagierten Künstler.