Reinhardt \ Bernd Jeschek und Christina Einbock
Reinhardt \ Bernd Jeschek und Christina Einbock
© Christina Canaval
Reinhardt \ Bernd Jeschek und Christina Einbock
Reinhardt \ Bernd Jeschek und Christina Einbock
© Christina Canaval
Reinhardt \ Bernd Jeschek, Tim Oberließen und Gero Nievelstein
Reinhardt \ Bernd Jeschek, Tim Oberließen und Gero Nievelstein
© Christina Canaval
Reinhardt \ Bernd Jeschek und Ulrike Walther
Reinhardt \ Bernd Jeschek und Ulrike Walther
© Christina Canaval
Reinhardt \ Bernd Jeschek und Ulrike Walther
Reinhardt \ Bernd Jeschek und Ulrike Walther
© Christina Canaval
Reinhardt \ Bernd Jeschek und Ulrike Walther
Reinhardt \ Bernd Jeschek und Ulrike Walther
© Christina Canaval
Reinhardt \ Christina Einbock, Bernd Jeschek und Ulrike Walther
Reinhardt \ Christina Einbock, Bernd Jeschek und Ulrike Walther
© Christina Canaval
Reinhardt \ Christina Einbock und Gero Nievelstein
Reinhardt \ Christina Einbock und Gero Nievelstein
© Christina Canaval
Reinhardt \ Christina Einbock und Ulrike Walther
Reinhardt \ Christina Einbock und Ulrike Walther
© Christina Canaval
Reinhardt \ Ensemble
Reinhardt \ Ensemble
© Christina Canaval
Reinhardt \ Ensemble
Reinhardt \ Ensemble
© Christina Canaval
Reinhardt \ Ensemble
Reinhardt \ Ensemble
© Christina Canaval
Reinhardt \ Klaus Martin Heim und Bernd Jeschek
Reinhardt \ Klaus Martin Heim und Bernd Jeschek
© Christina Canaval
Reinhardt \ Klaus Martin Heim
Reinhardt \ Klaus Martin Heim
© Christina Canaval
Reinhardt \ Sascha Oskar Weis
Reinhardt \ Sascha Oskar Weis
© Christina Canaval
Reinhardt \ Sascha Oskar Weis und Bernd Jeschek
Reinhardt \ Sascha Oskar Weis und Bernd Jeschek
© Christina Canaval
Reinhardt \ Sascha Oskar Weis
Reinhardt \ Sascha Oskar Weis
© Christina Canaval
Reinhardt \ Ulrike Walther und Bernd Jeschek
Reinhardt \ Ulrike Walther und Bernd Jeschek
© Christina Canaval
Reinhardt \ Ulrike Walther und Bernd Jeschek
Reinhardt \ Ulrike Walther und Bernd Jeschek
© Christina Canaval
Reinhardt \ Ulrike Walther und Christina Einbock
Reinhardt \ Ulrike Walther und Christina Einbock
© Christina Canaval

Reinhardt

Michael Frayn

16.11.2009

Inhalt

Es war eine folgenreiche Begegnung: Als Michael Frayn, einer der profiliertesten Dramatiker Großbritanniens, vor einigen Jahren zu Gast in Schloss Leopoldskron war, führte ihn der Aufenthalt in Max Reinhardts Räumen mitten hinein in den Mythos Reinhardt. Michael Frayn schrieb ein großes Stück über Max Reinhardt, dessen Persönlichkeit und Salzburger Wirken zum Brennglas wird für die Studie einer Wendezeit in der Geschichte Europas. Im Zentrum steht die Gründung der Festspiele und Max Reinhardts Ringen um das Zustandekommen seiner legendären Inszenierung des »Jedermann" im Herzen der Stadt. Die Handlung beginnt mit Reinhardts ersten Proben im Sommer 1920 und endet mit seinem Tod 1943 im amerikanischen Exil. Es ist die Geschichte eines großen Traumes und eines großen Scheiterns: 1918 kaufte Max Reinhardt das verfallene Schloss Leopoldskron und ließ es in den Folgejahren als ein Kunstwerk von barocker Schönheit wieder auferstehen. Man sieht Reinhardt als einsamen Mann, der im alltäglichen Leben mit Schulden und persönlichen Anfeindungen als Jude, als Künstler und Schlossherr konfrontiert wird, und der in die irreale Welt des Theaters flüchtet. Sein Ziel: »die Grenze aufzuheben zwischen Wirklichkeit und Traum, zwischen Kunst und Leben.« Frayns Stück entwirft kein Heiligenbild, sondern zeigt einen Künstler mit enormem Willen, mit all den Abgründen, die dem Menschen eigen sind, doch auch mit seinen Leistungen, die bis in unsere Tage nachleben. Das Stück wurde im Juni 2008 mit großem Erfolg am National Theatre in London uraufgeführt. Die Regie der deutschsprachigen Erstaufführung liegt in den Händen von Klaus Hemmerle, der als Regisseur u.a. in München, Heidelberg und Lübeck arbeitete.

Pressestimmen

»Ein »Jedermann« im ungemütlichen Salzburger Novemberwetter – das wäre sogar für die eingeschworenste Festspielgemeine eine Zumutung. So agieren jetzt Tod, Buhlschaft, Prasser und arme Leut’ nicht auf der Domtreppe, sie sind ins geheizte Landestheater umgezogen. Denn Max Reinhardt, der zusammen mit Hugo von Hofmannsthal das christliche Monumentalspektakel einst für Salzburg ausgedacht hat, ist wieder in der Stadt. Gegen mächtige Konkurrenz aus Wien und Berlin hat das örtliche Schauspielhaus den Zuschlag für die deutschsprachige Erstaufführung bekommen.
Das stück ist kein bloßes Dokudrama über das wahrlich theatralische Leben des Regisseurs Reinhardt, sondern bietet zudem ein Palimpsest, unter dem das bei den Reichen ungebrochen populäre Armutsstück aufscheint: Der reiche Mann, den der Tod beim eigenen Gastmahl abholt, schleicht sich mit Knittelversen immer wieder ins Sprechen dieser scheinbar modernen Leute ein. Da spielt der Jude Max Reinhardt dem Salzburger Fürsterzbischof Ignatius Rieder den »Jedermann« im Alleingang vor und überzeugt ihn so, die Bühne vor dem Gotteshaus fürs fahrende Volk freizugeben. Und hinten ruft schon ein Antisemit, dass dieses elende Luxustheater bald ein Ende haben wird. Am Ende ist der Sensenmann der Gauleiter.«

 

Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Sein unendliches Sehnen nach der Auflösung der Grenzen und der Verschränkung von Traum, Kunst und Leben, die zunehmende Verweigerung der Wirklichkeit (des Geldes), das Entgleiten der Realität: das sind Dinge, die Michael Frayn sehr gut konfiguriert. Seine überzeugendste Idee: die Parallelisierung von »Jedermann« und Reinhard, das Sterben des reichen Mannes wird in einer Art Synchron-Collage szenisch verknüpft mit dem Leben einer der schillerndsten Groß-Theaterfiguren. Bernd Jeschek agiert in der Hauptrolle insofern sehr gut, da er es unterlässt, ein »Imitat« herzustellen, und erläuft dort zu Hochform auf, wo er dazu angehalten ist, das Pathos zu übertreiben und deutlich auszustellen. Volker Conradt zeigt einen noblen Fürsterzbischof, Ulrike Walther eine spröde »Helene Thimig«, Christina Einbock eine wuselige Gusti Adler, Gero Nievelstein lebt sich als Finanzgenie »Käthchen« aus, Saschs Oskar Wie ist vom Tod bis zum widerwärtigen Gauleiter wirkungsvoll präsent und »Heimkehrer« Klaus Martin Heim spielt hinreißend den Kammdiener.«

 

Kronenzeitung

»Ohne die Festspiele wäre Salzburg nichts. Daher ist es nur logisch, dass die im Vorjahr in London uraufgeführte Biografie von Festspiel-Mitgründer Max Reinhardt hier zum ersten Mal auf Deutsch gezeigt wird. Dafür gebührt dem neuen Intendanten des Landestheaters, Carl Philip von Maldeghem, Lob. Regisseur Klaus Hemmerle hat aus dem spröden Stück das Beste gemacht. Gut ist das Bühnenbild von Andreas Wilkens.«

 

Österreich

»Links das Modell des Doms, rechts das von Schloss Leopoldskron: »REINHARDT« vom englischen Autor Frayn ist nicht nur ein Stück über den berühmten Regisseur und Festspielmitbegründer Reinhardt, es ist auch ein Stück über Salzburg. Regisseur Klaus Hemmerle versteht die Verflechtung von Reinhardts Leben mit seiner Kunst als Spiel im Spiel, hält sich sonst aber getreulich an den Verlauf des Stückes.«

 

ORF

»Das Projekt (Anm.: »REINHARDT«) ist vom Landestheater höchst achtbar umgesetzt worden. Regisseur Klaus Hemmerle organisierte den Ablauf plausibel. Mit den von Andreas Wilkens arrangierten Schauplätzen hat die Fantasie des Publikums keine Probleme. Bernd Jeschek erscheint als Reinhardt durchaus glaubwürdig.«


 

Salzburger Nachrichten

 »Bernd Jeschek zeichnet die Titelfigur als Besessenen, der seiner Traumwelt alles opfert. Sascha Oskar weis stellt nach Mephisto nun einen Nazi-Mitläufer dar, der dem verhassten Barock der Festspiele die braune Todesmaschinerie entgegenstellt.«

SVZ

Besetzung

Inszenierung Klaus Hemmerle

Bühne Andreas Wilkens

Kostüme Sibylle Schulze

Dramaturgie Bettina Oberender


Max Reinhardt Bernd Jeschek

Helene Thimig Ulrike Walther

Gusti Adler Anna Christina Einbock

Rudolf Kommer Gero Nievelstein

Fürsterzbischof Volker Conradt

Franz Klaus Martin Heim

Thomas Tim Oberließen

Friedrich Müller Sascha Oskar Weis