Tänzerin Elsa Le Breton sitzt herausfordernd vor einem Schachbrett, Kopf in den Händen, umgeben von Miniaturfiguren Gregor Schulz (weiß) und Maximilian Paier (schwarz), eingerahmt vom Schriftzug „Schachnovelle“.
Schachnovelle
© SLT / Tobias Witzgall

Schachnovelle

Stefan Zweig

Schauspiel nach der Novelle von Stefan Zweig

Inhalt

Eleganter Kreuzfahrt-Luxus trifft auf die Dramatik des Spiels der Könige: Auf einer Schiffsreise von New York nach Buenos Aires will eine Gruppe von Passagieren den selbstgefälligen Schachweltmeister Mirko Czentovic zu einer Partie Schach bewegen. Im ersten Spiel siegt Czentovic leicht und auch die Revanche scheint für die Gruppe zunächst aussichtslos – bis der geheimnisvolle Dr. B. eingreift und eine Remis-Partie erzwingt. Daraufhin offenbart der österreichische Emigrant sein Geheimnis: Von den Nationalsozialist:innen in Isolationshaft genommen, erkämpfte sich Dr. B. seine geistige Freiheit durch das heimliche Studium eines Schachlehrbuchs zurück. Wird ihn die Partie gegen Czentovic in die Zeit der Haft zurückversetzen?

Ein zunächst harmloses Schachspiel legt psychologische Abgründe offen und wird zur Metapher für die Isolation im Nationalsozialismus, für Machtmissbrauch, innere Zerrissenheit und den Versuch, den eigenen Geist vor dem Außen zu schützen. Zweigs „Schachnovelle“ entstand in den Jahren 1941–1942 im brasilianischen Exil und ist die schmerzliche Erinnerung des Schriftstellers an den Verlust der österreichischen Heimat.

Regisseurin Alexandra Liedtke interpretiert in ihrer Inszenierung das Schachbrett als Sinnbild für die Welt, in der jeder Handlung eine Reaktion des Gegenübers folgt. Eine musikalische Ebene erzählt als Gegengewicht zum geistigen Eskapismus von der seelischen und emotionalen Realitätsflucht der Figuren. Eine spartenübergreifende poetische Zeitreise für alle Generationen.

Stefan Zweig (1881–1942) war ein österreichischer Schriftsteller, Dramatiker, Lyriker, Essayist, Übersetzer und Biograf. Seine Werke kreisen um psychologische Grenzsituationen und Ideen des Humanismus. Der überzeugte Pazifist lebte in Salzburg, bevor er als Jude vor den Nationalsozialist:innen ins Exil floh und sich 1942 in Brasilien das Leben nahm.

 

Alexandra Liedtke, Oberspielleiterin der Oper, ist als Regisseurin in der Oper wie auch im Sprechtheater tätig. Schauspielproduktionen am Landestheater umfassten u. a. Thomas Bernhards „Heldenplatz“, Anton Tschechows Der Kirschgarten“ und Thomas Manns Buddenbrooks“. Der „Schachnovelle“ widmet sie sich gemeinsam mit dem Bühnenbilder Patrick Bannwart.

Auf einen Blick

Schauspiel
Premiere:
21. November 2026 / Landestheater
Dernière:
25. Februar 2027
Ab 14 Jahren

Die Werkeinführung findet jeweils 45 und 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung statt.

Besetzung

Bitten wählen Sie einen Termin aus, um die aktuelle Besetzung zu sehen.

Inszenierung Alexandra Liedtke

Bühne Patrick Bannwart

Kostüme Hanna Viktoria Saßen

Choreografie Paul Blackman

Dramaturgie Sarah Henker

Regieassistenz Alessia Cancian


Erzähler Aaron Röll

Czentovic Maximilian Paier

Dr. B. Gregor Schulz

Lotte, u. a. Nicole Lubinger

Kapitän, McConnor, u. a. Sophie Borchhardt

Barpianist Manuel Lauerer