In the year 1775, the prince-archbishop of Salzburg had the old ball house on Markartplatz converted into the Hoftheater. The comic opera »Die Pilger von Mekka« already stood on the program of the 1784/1785 season. At the same location the work is nun staged by Jacopo Spirei, who had already landed two successful productions, »Don Giovanni« and »Così fan tutte«, at the Salzburg Landestheater. Nearly twenty years prior to Mozart's »The Abduction from the Seraglio«, Christoph Willibald Gluck set the often identical plot of »La recontre imprevue« / »The Unexpected Encounter«), better known under the later title »The Pilgrims to Mecca«, to music in 1764: An aristocrat and his servant are on the search for his fiancée, who was kidnapped by pirates. He reaches the court of the sultan and finds his ladylove in the sultan's harem. A corrupt servant, who is initially helpful during the escape, ultimately betrays the couple. However, the sultan recognizes the true greatness of the lovers and allows mercy to be put before justice. Gluck combined various stylistic devices such as oriental folklore, folk songs and sophisticated arias therein.
Duration: approx. 2 hours 30 mins \ one intermission
Reviews
Das Bescheidene aber richten Dirigent Adrian Kelly und das Mozarteumorchester, Regisseur Jacopo Spirei und eine vorzügliche Sängerschar ansprechend her. Man bewegt sich in Dekorationen (Nikolaus Webern) und Kostümen (Bettina Richter), die den Stil der Kolonialzeit zitieren, kümmert sich in Bewegung und Ausdruck vornehmlich um herkömmliche Opernposen, die sauber arrangiert wirken. […] Voran Laura Nicorescu in der Rolle der Rezia, in der sie elegante Erscheinung und, aufhorchen lassend, Eleganz des Gesangs in Einklang bringt. Sergey Romanovskys feiner, durchaus herausgeforderter Tenor passt gut zu seiner Prinzenrolle, Leif Aruhn-Solén fügt sich als sein Diener Osmin mit buffonesker Umtriebigkeit bestens ins ziemlich sinn- und zweckfreie Treiben. Die Freundinnen-Damenriege ist mit Tamara Gura, Emily Righter und Ines Reinhardt ausgezeichnet besetzt.
Salzburger Nachrichten
Politisch korrekt hin oder her. Es ist eine rundum hinreißende »Türkenoper«, die am Sonntag (27.10.) im Landestheater Premiere hatte. Das Mozarteumorchester unter der Leitung von Adrian Kelly war mit den »Pilgern von Mekka« wieder einmal in Höchstform unterwegs und »klangredete«, als ob es seit seiner Gründung nie etwas anderes getan hätte: strahlend im Streicher-, schwelgend im Bläserklang, brillant markant in der Phrasierung, schwungvoll und dynamisch in der musikalischen Grundhaltung. Eine ideale – wenn auch keineswegs immer ganz leise – Basis für die hervorragenden Sängerinnen und Sänger. Auch der Rahmen ist stilvoll und versetzt mit klug eingesetztem Anschauungsmaterial direkt an die Ufer des Nils. Der italienische Regisseur Jacopo Spirei hat die Erlebnisse der buntgemischten Pilgergruppe in den Hafen von Kairo und auf das Luxusdeck eines Nil-Kreuzfahrtsschiffes der Stummfilmzeit verlegt. Die Bühne von Nikolaus Webern und die Kostüme Bettina Richter tragen viel zur Atmosphäre bei.
DrehPunktKultur
Das Mozarteumorchester unter der Leitung von Adrian Kelly agiert animiert, etwas mehr Originalklang-Reibung könnte diese Musik durchaus noch vertragen. Die Arien selbst sind angenehm kurz gehalten, dafür erhält wirklich jede Nebenfigur ihren Soloauftritt. Und das Landestheater verfügt über gute Sänger, allen voran das Liebespaar: Sergey Romanovsky verfügt über ein ideales lyrisches Timbre, er verleiht dem Prinzen sanften, berührenden Tenorschmelz. Laura Nicorescu verzaubert als Rezia mit brillanten Koloraturen und viel Sinn für Humor. Tamara Gura (als Balkis) und Ines Reinhardt (als Amine) stechen aus dem guten Ensemble heraus. Sie alle werden von Regisseur Jacopo Spirei und Ausstatterin Bettina Richter in die »Roaring Twenties« verpflanzt. Das Traumschiff (Bühne: Nikolaus Webern) bildet ein treffendes Spielfeld für Verwechslungen aller Art.
SVZ
Das rollengerecht ausgewählte Sängerensemble ließ die heutzutage wenig bekannte Oper zur reizvollen musikalischen und szenischen »Entdeckung« werden, die in bester Spiellaune und niveauvoller Klangqualität, die Qualitäten der Musik mit ihrer farbenreichen Arienvielfalt voll zum Tragen brachte. Die rumänische Sopranistin Laura Nicorescu gab der Rezia erstklassiges stimmliches Profil, dazu Eleganz in der Erscheinung und darstellerische Wendigkeit. […] In Prinz Ali fand der russische Tenor Sergey Romanovsky eine stimmlich passende Rolle. In den anspruchsvollen Arien entwickelte er stimmlichen Glanz und Leuchtkraft. […] Tamara Gura punktete als Balkis mit warmem Mezzo und beweglicher Spielfreude. Emily Righter gab eine verführerische Dardané mit glockigem Sopranglanz und Amine war mit Ines Reinhardt ebenfalls gesanglich und darstellerisch präsent besetzt. Simon Schnorr lieferte eine überzeugende Charakterstudie als eleganter Sonderling Vertigo, der seine Gemälde als »lebende Bilder« vorstellte. […] Leif Ahrun-Solén machte Osmin zu einem pfiffigen Kerl mit heller Tenorbrillanz. Alexey Birkus sammelte Punkte als kauziger Calender und Franz Supper als generöser Sultan mit Herrscherattitüde. Adrian Kelly beflügelte das Mozarteumorchester zu präzisem Musizieren in beschwingt maßvollen Tempi mit feinen Soli, köstlichen Details und forscher Gangart im türkischen Kolorit